Iran schafft Fakten: Die Straße von Hormus ist wieder frei – zu iranischen Bedingungen

28. Mai 2026
Iran schafft Fakten: Die Straße von Hormus ist wieder frei – zu iranischen Bedingungen
International
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Foto: Symbolbild

Teheran. Unabhängig vom Ausgang der derzeitigen Verhandlungen zwischen Iran und den USA hat Teheran in den letzten Wochen Fakten geschaffen, die künftig schwer zu ignorieren sein werden – auch von den USA. Denn der Iran hat im Nachgang zum mehrwöchigen Schlagabtausch mit den USA und Israel die Machtverhältnisse im Persischen Golf neu geordnet. Mit der Gründung der „Persian Gulf Strait Authority“ (PGSA) kontrolliert Teheran den Schiffsverkehr durch die wichtigste Energieroute der Welt nun auch offiziell. Nach iranischen Angaben passierten (mit Stand vom 22. Mai) bereits mehr als 30 Schiffe die Meerenge – zu den Bedingungen der PGSA .

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Die Nachrichtenagentur Fars meldete, allein binnen eines Tages seien 31 Schiffe – darunter Tanker und Containerschiffe – unter Aufsicht der Marine der Revolutionsgarden (IRGC) durch die Hormus-Straße geleitet worden. Die IRGC beansprucht dabei die vollständige Kontrolle. Reeder müssen vor der Durchfahrt bei der PGSA Genehmigungen beantragen, ihre Route abstimmen und Gebühren für die Durchfahrt entrichten.

Die neue Behörde verfügt inzwischen auch über einen eigenen Internetauftritt und hat ihre Überwachungszone bis zur emiratischen Hafenstadt Fujairah ausgeweitet. Damit macht die Islamische Republik klar, wer auf dieser Route das Sagen hat – die USA, die ihre großspurige Ankündigung, Schiffen ihrer Verbündeten eine sichere Durchfahrt durch die strategisch wichtige Meeresstraße zu gewährleisten, in den letzten Wochen unter den Augen der Weltöffentlichkeit nicht wahrmachen konnten, jedenfalls nicht. Durch Hormus fließen rund 20 Prozent des weltweiten Öl- und Flüssiggasexports.

Der Nahost-Experte Alastair Crooke erklärte im Gespräch mit Mario Nawfal, westliche Darstellungen einer iranischen „Blockade“ entsprächen nicht der Realität. Tanker seien weiterhin unterwegs, allerdings nun unter formalisierten iranischen Regeln.

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Nach Berichten mehrerer Medien und Analysehäuser verlangt Teheran pro Passage bis zu zwei Millionen Dollar. Gezahlt werde teils in Bitcoin, USDT oder chinesischen Yuan an Wallets mit Nähe zu den Revolutionsgarden. Eine feste Gebührenordnung existiert offenbar nicht; die Summen werden individuell ausgehandelt und als Sicherheits- oder Koordinationsleistungen deklariert.

Die PGSA nahm am 5. Mai 2026 offiziell ihre Arbeit auf und fungiert nun faktisch als operative Kontrollinstanz des Iran in der Straße von Hormus. Für die Golfstaaten wächst damit zwar der politische Druck, nach der militärischen Blockade der Straße – sei es durch Iran, sei es durch Washington – stellt die neue Ordnung allerdings auch eine gewisse Rückkehr zur Normalität dar. Teheran hat damit Tatsachen geschaffen. Die Straße von Hormus ist wieder frei, und der internationale Schiffsverkehr kann wieder anlaufen – zu iranischen Bedingungen. Schon allein das ist ein Sieg Teherans von historischem Ausmaß. (mü)

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