Kein Grund zum Jammern: USA ziehen sich militärisch aus Europa zurück

23. Mai 2026
Kein Grund zum Jammern: USA ziehen sich militärisch aus Europa zurück
International
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Foto: Symbolbild

Washington/Brüssel. Anderslautenden offiziellen Erklärungen entgegen (wir berichteten) bereitet das Pentagon offenbar einen tiefgreifenden Kurswechsel in der NATO vor. Nach Informationen von Reuters wollen die USA ihre militärischen Beiträge für Europa deutlich kürzen. Die europäischen Bündnispartner sollen darüber bei einem Treffen hochrangiger Verteidigungspolitiker am 22. Mai in Brüssel informiert werden.

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Konkret geht es um das sogenannte NATO-Force-Model, also jene Streitkräfte, die im Krisen- oder Kriegsfall für das Bündnis bereitstehen. Die genaue Zusammensetzung dieser Kräfte ist geheim. Fest steht offenbar nur: Washington will sein Engagement „erheblich reduzieren“. Vertreten werden die USA in Brüssel voraussichtlich von Alex Velez-Green, einem engen Mitarbeiter des Unterstaatssekretärs im US-Kriegsministerium, Elbridge Colby.

Für Colbys Team besitzt die Neuordnung der NATO höchste Priorität. Vor dem Gipfeltreffen der Allianz im Juli in der Türkei drängt Washington die Europäer immer lauter, bei konventionellen Streitkräften künftig stärker selbst Verantwortung zu übernehmen. Einen eigenen europäischen Atomschirm lehnt Colby jedoch ab. Er hatte erklärt, die USA würden einer nuklearen Aufrüstung europäischer Staaten „nachdrücklich entgegenstehen“.

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Die angekündigten Schritte passen zu anderen Meldungen über einen US-Rückzug aus Europa. Noch 2025 waren mehr als 80.000 US-Soldaten auf dem Kontinent stationiert. Jetzt mehren sich Hinweise auf Kürzungen. Anfang Mai strich das Pentagon die geplante Rotation von 4.000 Soldaten nach Polen. Kurz zuvor war bereits der Abzug von 5.000 Soldaten aus Deutschland bekannt geworden. Auch die Verlegung eines Raketenbataillons nach Deutschland soll gestoppt worden sein.

Die Europäer bleiben dennoch stark von den USA abhängig. Das gilt besonders für Satellitenaufklärung, Langstreckenwaffen, strategischen Lufttransport und Unterwasserkriegführung. Da hilft es wenig, wenn Deutschland anstrebt, stärkste konventionelle Militärmacht in Europa zu werden. Panzer und Artilleriegranaten sind im 21. Jahrhundert keine Garantie mehr für militärische Stärke. (mü)

Bildquelle: Flickr/U.S. Army Photo by Lacey Justinger, 7th Army Training Command/CC BY 2.0

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