Das schlechte Gewissen meldet sich: Sudetendeutscher Tag in Brünn empört Tschechen

21. Mai 2026
Das schlechte Gewissen meldet sich: Sudetendeutscher Tag in Brünn empört Tschechen
International
0
Foto: Symbolbild

Brünn/Prag. Man muß der Sudetendeutschen Landsmannschaft zugutehalten, daß sie mit dem diesjährigen Sudetendeutschen Tag bewußt ein Risiko eingeht: die alljährliche Veranstaltung soll nämlich heuer erstmals in der Tschechischen Republik, nämlich in Brünn, stattfinden. Nationalistische Kräfte um Parlamentspräsident Tomio Okamura laufen gegen das Treffen Sturm, während die österreichische FPÖ demonstrativ ihre Solidarität mit den Sudetendeutschen bekundet. Die freiheitliche Fraktion im Wiener Bundesrat verteidigt die Veranstaltung als Versuch des Brückenbaus im deutsch-tschechischen Dialog und mahnt eine schonungslosere Aufarbeitung der Beneš-Dekrete an.

Abonniere jetzt:
>> Die starke Stimme für deutsche Interessen <<

Der Tagungsort Brünn bietet dafür traurigen historischen Anlaß. Die Stadt ist untrennbar mit dem Brünner Todesmarsch verbunden, einem der grausamsten Vertreibungsverbrechen an den Sudetendeutschen im Jahr 1945. Zehntausende Deutsche wurden aus der Stadt getrieben; viele starben auf dem Weg ins nahegelegene Österreich an Entkräftung oder willkürlichen Erschießungen. Vor dem Hintergrund dieses bis heute nicht gesühnten Verbrechens erhält der aktuelle Streit eine besondere Schärfe.

FPÖ-Bundesrat Klemens Kofler kritisierte die politische Stimmung im Nachbarland als „bedauerlich“. Die Freiheitlichen verwahren sich mit Nachdruck gegen pauschale Schuldzuweisungen und Angriffe auf friedliche Versammlungen. Für die FPÖ sind die Teilnehmer am Sudetendeutschen Tag keine fremden Akteure, sondern Menschen mit Wurzeln in Böhmen und Mähren. Kofler stellte klar: „Denn eines muß klar sein: das Unrecht der Vertreibung und der Beneš-Dekrete wird nicht durch das vorhergegangene Unrecht des nationalsozialistischen Überfalls legitimiert.“

Abonniere jetzt:
>> Die starke Stimme für deutsche Interessen <<

Besonders scharf weist die FPÖ die Äußerungen Okamuras zurück, der die Landsmannschaft zuletzt als eine von „überzeugten Nazis“ gegründete Organisation bezeichnet und das Treffen eine „schändliche Aktion“ genannt hatte. Kofler nannte dies „undifferenziert und historisch verkürzt“. Das tschechische Parlament verabschiedete trotz des Boykotts der Opposition eine Resolution gegen die Austragung des Treffens. Vertreter der Regierung sprachen von einer „politischen Provokation“ und befürchteten, es würden „alte Wunden“ aufgerissen.

Die FPÖ fordert demgegenüber eine europäische Erinnerungskultur, die Vertreibung, Enteignung und die ethnischen Säuberungen nach dem Krieg endlich historisch anerkennt. Das Schicksal von rund 3,3 Millionen Sudetendeutschen dürfe nicht länger ausgeblendet werden. Der Sprecher der Landsmannschaft, Bernd Posselt (CSU),  kündigte trotz der Resolution an, der Sudetendeutsche Tag solle wie geplant stattfinden – als klares Zeichen gegen das Vergessen, an einem Ort, der wie kaum ein zweiter für das Leid der Vertriebenen steht. (mü)

Fordern Sie hier ein kostenloses Leseexemplar des Deutschen Nachrichtenmagazins ZUERST! an oder abonnieren Sie hier noch heute die Stimme für deutsche Interessen!

Folgen Sie ZUERST! auch auf Telegram: https://t.me/s/deutschesnachrichtenmagazin

Schreibe einen Kommentar

Die maximale Zeichenanzahl bei Kommentaren ist auf 2000 begrenzt.

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert