Washington/New York. Tucker Carlson, langjähriger Wegbegleiter und Fürsprecher Donald Trumps, spricht eine unbequeme Wahrheit aus: Trump habe die Menschen in die Irre geführt. Auslöser für seine harsche Kritik ist der Iran-Krieg. Im Gespräch mit der „Zeit“ berichtet der frühere Fox-News-Moderator nun von privaten Unterredungen mit dem US-Präsidenten. Jahrelang stand Carlson an Trumps Seite und hatte dafür gute Gründe. „Das war für meine Ansichten über Trumps Kandidatur und Präsidentschaft von zentraler Bedeutung“, sagte er der „New York Times“ und verweist auf Trumps großes Versprechen: kein neuer Krieg im Nahen Osten. Doch der Iran-Krieg kam. Carlson nennt die Angriffe der USA und Israels Ende Februar „absolut widerlich und böse“. Trump konterte auf Truth Social: Carlson sei ein Idiot mit „niedrigem IQ“, der „einen guten Psychiater aufsuchen“ solle.
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Carlson erhebt nun schwere Vorwürfe. Trump habe die USA „in diesen Krieg mit dem Iran geführt“ – und zwar „auf Drängen der israelischen Regierung“. Das sei Verrat an den eigenen Bürgern ebenso wie an der MAGA-Bewegung. „Wer aber auf Geheiß eines anderen Staates agiert, der begeht ein schweres Verbrechen an den Bürgern und am System im Ganzen“, so Carlson. Er sei in den vergangenen Wochen „nah genug dran am Geschehen“ gewesen. In kaum einem Gespräch sei es darum gegangen, „wie die USA von diesem Krieg profitieren“. „Der Druck der Israelis und israelischer Interessenvertretungen in den USA und seiner Spender war einfach zu groß“, sagt Carlson weiter. Trump habe sich überzeugen lassen und geglaubt, ein Regimewechsel im Iran lasse sich „so einfach durchsetzen“ wie Anfang Januar in Venezuela.
Carlson schildert, wie er selbst versuchte, den Präsidenten umzustimmen. Er sei „gleich nach Washington geflogen“ und habe Trump im Oval Office getroffen. „Ich habe den ganzen Tag mit ihm verbracht und seitdem viele Male mit ihm gesprochen.“ Er habe Trump gesagt, „daß er zu diesem Schritt von Leuten gedrängt wird, die ihn hassen“. Er tappe „in eine Falle“, die USA hätten davon keinen Nutzen, der Iran sei keine Gefahr für die USA. Auch habe er Trump an dessen Versprechen erinnert, keinen neuen Krieg zu beginnen. Und: „daß die Interessen Israels und der USA nicht deckungsgleich sind, daß Israel nicht unser 51. Bundesstaat ist“. Trump habe ihm nicht widersprochen, sagte Carlson. „Er wußte, daß es stimmt.“ Aber er habe resigniert – so Carlsons Gefühl.
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Ausdrücklich lobt Carlson Bundeskanzler Friedrich Merz. Der hatte gesagt, die USA hätten keine Strategie im Iran und würden infolgedessen „gedemütigt“. Carlson meint dazu: „Unbedingt! Merz hat absolut recht. Es gab keinen Plan.“ Trump reagiere wütend auf Kritik. „Wie ein Ehemann, der sich mit dem Hammer auf den Daumen schlägt und dessen Frau sagt: ‚Du hättest besser aufpassen müssen.‘“
Die politischen Folgen seien nun verheerend. Das große Wählerbündnis, das Trump 2024 den Sieg brachte – einschließlich ethnischer Minderheiten und politisch Desinteressierter – sei Geschichte. Unter den Wählern herrsche nun Wut und Enttäuschung. Für die Mid-Terms im November sieht Carlson schwarz. „Nichts schmerzt so sehr, wie betrogen zu werden. Vor allem von jemandem, von dem ich eigentlich dachte, daß er mich beschützt.“
Carlson räumt im Rückblick ein, er habe den Leuten gesagt: „Wählt Trump, weil er keine weiteren dummen Kriege im Nahen Osten beginnt.“ Jetzt stecke man im größten Krieg dort seit einer Generation. Das Ganze werde „jeden, der damit zu tun hat, auf absehbare Zeit ruinieren, einschließlich der gesamten Republikanischen Partei“. (mü)
Bildquelle: Wikimedia/Gage Skidmore/CC BY-SA 2.0
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