Karaganow für härtere Gangart gegenüber dem Westen: „Wir müssen ihnen panische Angst einflößen“

11. Mai 2026
Karaganow für härtere Gangart gegenüber dem Westen: „Wir müssen ihnen panische Angst einflößen“
International
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Foto: Symbolbild

Moskau. Der russische Politikwissenschaftler Sergej Karaganow, Doktor der Geschichtswissenschaften und Ehrenvorsitzender des Präsidiums des Rates für Außen- und Verteidigungspolitik Rußlands, ist immer wieder für provokante Thesen im Kontext der neuen Ost-West-Konfrontation gut. Jetzt hat er sich erneut zu Wort gemeldet und in einem bemerkenswerten Artikel einen radikalen Kurswechsel Moskaus gefordert. Der Text erschien unter dem Titel „Wie Rußland im neuen Weltkrieg gewinnen kann“ am 4. Mai 2026 zuerst auf der Homepage von „Russia in Global Affairs“. Karaganow, der als einflußreicher Berater gilt und auf 35 Jahre Erfahrung zurückblicken kann, sieht einen „regelrechten Weltkrieg“ bereits im Gange.

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Dessen Wurzeln reichten bis 1917 zurück, als sich Sowjetrußland aus dem kapitalistischen Weltsystem löste. Nach dem Erringen der Atomparität durch die Sowjetunion in den 1950er Jahren, so Karaganow, sei die fünfhundertjährige Vorherrschaft des Westens ideologisch und militärisch gebrochen worden. Der Zusammenbruch der UdSSR sei für den Westen ein „Glücksfall“ gewesen. Doch berauscht von seinem Sieg im Wettstreit der Systeme habe der Westen „spektakuläre geostrategische Fehler“ begangen. Seit Ende der 2000er Jahre, spätestens seit der Rückeroberung der Krim 2014, habe dann der Revancheversuch des Westens eingesetzt.

Karaganow räumt eigene Fehler Moskaus ein: man habe die Kriegsbereitschaft des Kiewer Regimes unterschätzt, den Grad der „Verblödung der ukrainischen Bevölkerung“ verkannt und fälschlich auf eine „Einigung“ gehofft. Die größte Schwäche war aus seiner Sicht jedoch die „unzureichende Nutzung der wichtigsten Waffe in unserem Arsenal“ – der nuklearen Abschreckung. Der Konflikt mit der Ukraine sei als „militärische Sonderoperation“ geführt worden, womit faktisch die Spielregeln des Westens akzeptiert worden seien: ein Zermürbungskrieg gegen ein wirtschaftlich und demographisch überlegenes Gegnerbündnis.

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Die Politik der nuklearen Abschreckung müsse nun endlich „qualitativ verstärkt“ werden. Karaganow fordert: über Rüstungsbegrenzung dürfe nicht mehr „schwadroniert“ werden, der neue START-Vertrag müsse ad acta gelegt werden. Der Aufbau von Raketen mittlerer und strategischer Reichweite müsse intensiviert werden. „Unsere ‚Burewestniks‘, ‚Oreschniks‘ und andere Hyperschall-Trägermittel müssen den Gegner davon überzeugen“, daß es für ihn keine Überlegenheit und keine Straffreiheit gibt. Zudem sei eine Reihe von Atomtests durchzuführen: „Es ist unverständlich, warum wir darauf warten, daß die Amerikaner damit beginnen.“

Weiter fordert der langjährige Politikwissenschaftler Änderungen an der russischen Atomwaffendoktrin. Im Falle der Aggression eines wirtschaftlich, demographisch und technisch überlegenen Gegners müsse das russische Militärkommando nicht nur das Recht haben, sondern verpflichtet sein, Atomwaffen einzusetzen. Die Doktrin solle auch die reale Bereitschaft enthalten, gegen überseeische Vermögenswerte der Amerikaner und Europäer vorzugehen – selbst in befreundeten Ländern.

Vorrangige Ziele für Präventivschläge seien nicht nur Kommandozentralen, sondern „Orte, an denen sich die Eliten versammeln, insbesondere in Europa“, argumentiert Karaganow und kann sich dabei auf das Vorgehen der Amerikaner und Israelis im jüngsten Krieg gegen den Iran berufen. Rußland habe alles Recht der Welt, sich derselben Methoden zu bedienen: „Wir müssen ihnen panische Angst einflößen.“ Die Glaubwürdigkeit der nuklearen Drohung müsse gesteigert werden, um die europäischen Gesellschaften aus ihrem „strategischen Parasitismus“ zu wecken.

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Gegenüber Deutschland sei absolute Härte geboten. Ein Land, das zwei Weltkriege entfesselt und Völkermord begangen habe, habe kein Recht auf die „stärkste Armee Europas“, entgegnet Karaganow auf die jüngsten Berliner Aufrüstungspläne. Sollte Deutschland danach streben, „müssen die deutschen Bürger verstehen, daß ihre Heimat zerstört wird“.

Parallel zu militärischen Schritten fordert Karaganow die Einsetzung eines eigenen Befehlshabers für den europäischen Kriegsschauplatz mit Befugnis zum Atomwaffeneinsatz. Ein befristetes Verteidigungsbündnis mit China (zehn Jahre mit Verlängerungsoption) solle Revanchisten abschrecken. Ziel sei die Vernichtung des Kiewer Regimes und die Befreiung der für Rußland absolut unentbehrlichen südlichen und östlichen Gebiete der Ukraine.

Bemerkenswert an dieser Zielstellung ist, daß auch Karaganow, der als Hardliner gilt, damit von der ursprünglichen Zielsetzung des Kreml abrückt, wonach die Ukraine auch „entnazifiziert“ und entmilitarisiert werden sollte. Davon will der Kreml nach gut vier Jahren Abnutzungskrieg offenbar nichts mehr wissen. (mü)

Bild von Роман Романов auf Pixabay

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