Palermo. So kommt zusammen, was zusammengehört: Alaa Faraj, ein libyscher Schleuser, der wegen eines tödlichen Bootsunglücks hinter Gittern sitzt, will Alessandra Sciurba heiraten. Die Universitätsdozentin war ehedem Vorsitzende der migrationsfreundlichen italienischen NGO „Mediterranea Saving Humans“. Das Brautpaar lernte sich im Gefängnis von Palermo kennen, wo Faraj zehn Jahre seiner 30-jährigen Haftstrafe verbüßte. Das Gericht hatte ihn wegen mehrfacher fahrlässiger Tötung und Beihilfe zur illegalen Einwanderung verurteilt. Zur Last gelegt wird ihm die Verantwortung für ein Unglück auf dem Meer im August 2015, dem 49 Menschen zum Opfer fielen.
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Im Dezember gewährte Staatspräsident Sergio Mattarella dem Verurteilten eine Teilbegnadigung. Die Strafe reduzierte sich dadurch um elf Jahre und vier Monate. Ein Rest der Haftzeit steht noch aus, könnte jedoch weiter verkürzt werden. Sciurba nahm im Knast an einem Bildungsprojekt teil. Dort entstand der Kontakt zu Faraj. Sie machte sich später seine Version zueigen, wonach das Urteil ungerecht sei.
Gemeinsam brachten die beiden ein Buch heraus. Es basiert auf Briefen, die Faraj aus der Haft schrieb. Das Werk erschien im vergangenen Jahr und schaffte es – wenig überraschend – sogleich auf die Nominierungsliste eines internationalen Literaturpreises. Um das Glück perfekt zu machen, soll nun im Juni in Palermo geheiratet werden, natürlich im Rahmen einer interreligiöse Zeremonie: ein Imam und der örtliche Erzbischof sollen sie vollziehen.
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Faraj behauptet nach wie vor, er sei eigentlich unschuldig. Er behauptet, aus Libyen geflohen zu sein, um in Europa Fußballprofi zu werden. Die italienischen Ermittler sahen in ihm hingegen den Drahtzieher eines Schleusernetzwerks.
Nicht nur Faraj, sondern auch die Flüchtlings-NGO seiner Frau steht im Konflikt mit dem Gesetz: derzeit läuft ein Gerichtsverfahren gegen gleich mehrere Akteure von „Mediterranea“. Der Vorwurf lautet auf Beihilfe zur illegalen Migration und Bereicherung daran. (mü)
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