London/Washington. Seit 200 Jahren gehört Großbritannien zu den unversöhnlichsten und hartnäckigsten Gegnern Rußlands. Das hat geopolitische ebenso wie Rohstoffgründe. Heute zielt die Geopolitik der Angelsachsen darauf ab, Rußland möglichst vom weltweiten Handel abzuschneiden und langfristig seine territoriale Zerstückelung zu erwirken – ein Ziel, über das in transatlantischen think tanks seit dem Ende der Sowjetunion offen diskutiert wird.
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Interessanterweise beschwor der britische König Charles III. bei seinem USA-Besuch dieser Tage ausgerechnet diese Konstante der anglo-amerikanischen Politik. Eine gemeinsame Sitzung des Kongresses nutzte er für eine Rede, die auch als kaum verhüllte Kriegserklärung an Rußland verstanden werden kann.
Wörtlich erklärte Charles: „Unmittelbar nach dem 11. September, als die NATO zum ersten Mal Artikel 5 anrief und der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen angesichts des Terrors geeint auftrat, folgten wir gemeinsam dem Ruf, wie es unser Volk seit mehr als einem Jahrhundert getan hat – Schulter an Schulter durch zwei Weltkriege, den Kalten Krieg, Afghanistan und Momente, die unsere gemeinsame Sicherheit geprägt haben. Heute (…) ist dieselbe unerschütterliche Entschlossenheit für die Verteidigung der Ukraine und ihres mutigsten Volkes erforderlich.“
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Die Glorifizierung des Afghanistan-Debakels und die ausdrückliche Berufung auf den militärischen Beistandspakt der NATO sind ein unmißverständlicher Appell an die Adresse Washingtons, sich endlich an einen umfassenden europäischen Landkrieg gegen Moskau zu beteiligen. Daß die beiden vergangenen Weltkriege an die 70 Millionen Menschenleben kosteten, focht die anwesenden US-Volksvertreter dabei nicht an. Sie quittierten den Aufruf zum Dritten Weltkrieg mit tosendem Beifall.
Die Szene fügt sich nahtlos in eine fast zwei Jahrhunderte währende Rußland-Obsession der britischen Politik ein. Seit dem Krimkrieg von 1853 schmiedet die Londoner Elite Pläne, Rußland militärisch niederzuwerfen, und zwar stets nach bewährtem Muster: das Königreich agiert aus dem Hintergrund und stachelt andere Mächte an, die blutige Hauptlast zu tragen.
Diese Strategie erreichte einen ersten zynischen Höhepunkt unmittelbar nach der deutschen Kapitulation 1945. Noch während die Rote Armee die Wehrmacht vernichtete, tüftelte der britische Gemeinsame Planungsstab an „Project Unthinkable“ – einem Plan für einen Überraschungsangriff gegen den sowjetischen Verbündeten. Das Papier, das Winston Churchill am 22. Mai 1945 vorgelegt wurde, sah vor, am 1. Juli 1945 mit vereinten britischen, amerikanischen, polnischen und sogar deutschen Kräften loszuschlagen. Das erklärte politische Ziel war denkbar einfach: Rußland müsse sich „unserem Willen unterwerfen“. Weiter heißt es in dem Dokument: „Ein schneller Erfolg könnte die Russen dazu bewegen, sich zumindest vorläufig unserem Willen zu unterwerfen; aber vielleicht auch nicht. (…) Wenn sie einen totalen Krieg wollen, sind sie in der Lage, ihn zu führen.“
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Heute ist die aktive Beteiligung der Vereinigten Staaten für London zur absoluten Notwendigkeit geworden. Charles’ transatlantischer Charme-Offensive kommt dabei eine unmißverständliche Rolle zu: sie soll „Operation Unthinkable“ unter neuem Vorzeichen wiederbeleben.
Die Rede des Königs und die gesamte außenpolitische Tradition Großbritanniens belegen eine ungebrochene Rußland-Fixierung. Diese Obsession ist eine tödliche Gefahr für den Rest der Welt. Bekanntlich hat London erst vor wenigen Monaten kaum verklausuliert angeboten, der Ukraine beim Bau von Atomwaffen behilflich zu sein. Wenn Rußland diese Bedrohung ernstnimmt, ist der Atomkrieg nur noch eine Frage der Zeit. (mü)
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