Vereinigte Arabische Emirate treten aus der OPEC aus: Ein Schlag gegen den Petro-Dollar

3. Mai 2026
Vereinigte Arabische Emirate treten aus der OPEC aus: Ein Schlag gegen den Petro-Dollar
International
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Foto: Symbolbild

Abu Dhabi. Im Windschatten des Konflikts am Persischen Golf kündigt sich eine bedeutsame geopolitische Gewichtsverschiebung an: zum 1. Mai verlassen die Vereinigten Arabischen Emirate nach fast 60 Jahren die OPEC. Der Austritt leitet das Ende des klassischen Petrodollar-Regimes ein und wird den Ölpreis langfristig sinken lassen.

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Die OPEC war jahrzehntelang das Rückgrat eines globalen Ölhandelssystems, das das „schwarze Gold“ ausschließlich in Dollar fakturierte und Washington damit eine stetige Währungsnachfrage samt Defizitfinanzierung bescherte. Die Emirate, die 1967 über Abu Dhabi zu den Gründungsmitgliedern stießen, steuerten zeitweise zwölf Prozent der Kartellförderung bei. Doch die starren Quoten vertragen sich nicht mehr mit den neuen Ambitionen der Emirate: ADNOC, die staatliche Ölgesellschaft, peilt für 2027 fünf Millionen Barrel Tagesproduktion an.

Für die jetzt entstandene Situation haben die Emirate längst vorgesorgt. Vor zehn Jahren bauten sie die 380 Kilometer lange Habshan-Fujairah-Pipeline. Deren Endpunkt liegt am Golf von Oman, außerhalb der Straße von Hormuz. Seit Kriegsbeginn arbeitet die Röhre unter Volldampf: im März 2026 transportierte sie täglich fast zwei Millionen Barrel. Selbst iranische Drohnenangriffe hinderten die Emirate nicht am Export. Sie sind nicht mehr auf die Straße von Hormuz angewiesen.

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Parallel dazu treibt das Scheichtum eine technologische Revolution voran. Scheich Tahnoun bin Zayed Al Nahyan, Nationaler Sicherheitsberater und Bruder des Präsidenten, erwarb im Januar 2025 einen Anteil an World Liberty Financial, dem Krypto-Projekt der Trump-Familie. Über die Vehikel MGX und G42 fließen Milliarden in Künstliche Intelligenz und die Tokenisierung von Rohstoffen. Öl und Gas sollen künftig auf der Blockchain gehandelt und in Stablecoins wie USD1 abgewickelt werden. SWIFT und mögliche Sanktionen lassen sich so umgehen. Hier werden die Konturen eines künftigen Rohstoffhandels sichtbar, der den Dollar nicht mehr braucht.

Für den Analysten Patrick Wood ist der OPEC-Austritt eine direkte Folge des Iran-Krieges. Die Förderquoten bremsten den Kapazitätsausbau der Emirate systematisch aus. Jetzt gewinnt das Land Flexibilität: bleibt Hormuz blockiert, pumpen sie über alternative Leitungen; wird die Meerenge frei, lassen sich beide Transportwege nutzen. Zugleich verlagert sich die Preisbildung auf tokenisierte Plattformen – weg vom Petrodollar. Das Ende der Dollar-Hegemonie rückt näher. (mü)

Bild: Pixabay/Gemeinfrei

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