(K)ein Gewinn für Deutschland: Übernehmen Chinesen Wolfsburg?

30. April 2026
(K)ein Gewinn für Deutschland: Übernehmen Chinesen Wolfsburg?
Wirtschaft
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Foto: Symbolbild

Hannover/Wolfsburg. Der Niedergang des Industriestandorts Deutschland hat viele Gesichter. Es muß nicht immer gleich die komplette Schließung sein. Aber ob es ein Gewinn für die „deutsche“ Autoindustrie ist, wenn bei VW in Wolfsburg künftig chinesische Autos vom Band rollen, ist eine gute Frage.

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Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies (SPD) will prüfen lassen, ob künftig chinesische Fahrzeuge in deutschen VW-Werken montiert werden können. Der SPD-Politiker, der auch im VW-Aufsichtsrat sitzt, brachte die Idee nach einer Chinareise ins Spiel. Man könne das Eindringen chinesischer Hersteller auf dem europäischen Markt nicht verhindern, so Lies – und es klingt nach Kapitulation. Entscheidend sei, die Beschäftigung in den heimischen Werken zu sichern.

Die Reaktionen sind zwiespältig. Ferdinand Dudenhöffer vom CAR-Institut spricht von einer „Win-win-Strategie“ und zieht einen Vergleich zum Tesla-Werk Grünheide. Frank Schwope von der Fachhochschule des Mittelstands hält das Modell grundsätzlich für sinnvoll, warnt aber vor wachsender Abhängigkeit. Matthias Schmidt von Schmidt Automotive Research beschreibt den Markt als „darwinistischen Kampf der Stärksten“.

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VW verzeichnete 2025 einen Gewinneinbruch um 44 Prozent auf 6,9 Milliarden Euro – das schlechteste Ergebnis seit dem Dieselskandal 2015. Bis 2030 sollen rund 50.000 Stellen wegfallen. Ende 2025 schloß VW erstmals in seiner Geschichte ein Werk, die Gläserne Manufaktur in Dresden. Seit 2018 verlor die Branche schätzungsweise 120.000 Arbeitsplätze. Hildegard Müller, Präsidentin des Verbands der Automobilindustrie, sagte: die Krise sei „keine Krise der Automobilindustrie, sondern eine Krise der Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands und Europas.“

Im letzten Quartal 2025 sanken die Verkaufszahlen deutscher Hersteller in China um 20 Prozent. Der Marktanteil fiel auf 14,8 Prozent – der tiefste Stand seit 2011. Die EU-Kommission verhängte ab April 2026 endgültige Strafzölle von bis zu 45 Prozent auf chinesische E-Autos. Doch deutsche Marken, die in China produzieren und nach Europa exportieren, sind selbst betroffen.

Stefan Reindl, Direktor des Instituts für Automobilwirtschaft, nennt Lies´ Initiative „politisch und strategisch heikel“. Langfristig drohten neue Abhängigkeiten. VW selbst hat sich bislang nicht offiziell geäußert. (st)

Bildquelle: Pixabay

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