Richtungwahl in Sofia: Macht Bulgariens künftiger Präsident den Orbán?

22. April 2026
Richtungwahl in Sofia: Macht Bulgariens künftiger Präsident den Orbán?
International
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Foto: Symbolbild

Sofia. Viktor Orbán ist weg – aber vielleicht steigt der künftige bulgarische Regierungschef Rumen Radew in seine Fußstapfen. Bei der Wahl am Wochenende holte sein Zusammenschluß „Progressives Bulgarien“ 43,4 Prozent. Nur dürftige 13,9 Prozent entfielen auf das Lager des amtierenden Ministerpräsidenten Andrei Gjurow (PP-DB). Der frühere Regierungschef Bojko Borissow landete mit seiner Formation nur auf dem dritten Rang.

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Radew, der nach Auszählung von rund 80 Prozent der Stimmen bei 44 Prozent lag, gilt als sicherer Sieger. Über ihn schrieb die ARD-Tagesschau, er sei der beliebteste Politiker des Landes, „auch wenn Kritiker ihm schon länger eine Rußlandnähe vorwerfen“. Borissow, der Verlierer des Abends, hält hingegen unverbrüchlich an der Linie Brüssels fest und ließ wissen: „Die Ukraine wird von unserer Partei voll und ganz unterstützt.“

Radew will andere Akzente setzen – und dürfte sich damit bei den Eurokraten keine Freunde machen. Er kündigte an, die Gräben zwischen Ost und West zuzuschütten. Zudem strebe er „praktische Beziehungen zu Rußland auf der Grundlage gegenseitigen Respekts“ an – davon ist die EU derzeit Welten entfernt. Auch gegen weitere EU-Milliarden für Kiew sprach sich der Wahlsieger aus, ebenso sagte er dem „Würgegriff der oligarchischen Mafia“ in seiner Heimat den Kampf an.

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Bojko Borissow war von 2009 bis 2021 Regierungschef – länger als jeder andere in Bulgarien. Sein voraussichtlicher Nachfolger Rumen Radew, früherer Kampfpilot, war von 2017 bis 2026 bereits Staatspräsident. Beider Amtszeiten überschnitten sich, und sie gerieten öffentlich aneinander, als Radew die Anti-Korruptionsproteste von 2020 unterstützte, die Borissow schließlich zu Fall brachten. Mit bis zu 45 Prozent der Stimmen könnte das Siegerbündnis auf bis zu 140 der 240 Parlamentssitze kommen.

Das offizielle Endergebnis wird am Donnerstag erwartet. Die Wahlbeteiligung lag trotz der polarisierenden Wahl nur bei 51 Prozent. (mü)

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