New York. Seit den US-amerikanischen und israelischen Militärschlägen gegen den Iran am 28. Februar ist die Straße von Hormus nahezu blockiert. Der Tankerverkehr durch die strategisch wichtige Meerenge brach seither um 97 Prozent ein, teilt die Investmentbank J.P. Morgan mit. Damit sind die meisten Öl- und Gaslieferungen aus dem Persischen Golf vom Seeweg abgeschnitten.
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Die daraus resultierende Versorgungsstörung übertrifft alle früheren Ölkrisen. Laut der Internationalen Energieagentur (IAE) ist der Rückgang der Ölversorgung doppelt so groß wie bei allen vorherigen Ereignissen. J.P. Morgan zufolge wandelt sich das globale Ölsystem „von einem Kapitalzufluß-Schock zu einem Problem der Lagerbestandserschöpfung“. Entscheidend sei nicht allein die Menge, sondern ehr noch der Zeitfaktor.
Europa erlebt den Schock vor allem „durch steigende Kosten und den Wettbewerb mit Asien als durch tatsächliche Knappheit“, so die Morgan-Analyse. Deutschland und andere europäische Länder müssen sich auf einen verschärften Konkurrenzkampf um alternative Ölquellen einstellen. Europa kann zwar auf Lieferungen aus Nordafrika, Westafrika, Amerika und der Nordsee zurückgreifen, die einzelnen Importmengen sind aber gering: Die Niederlande beziehen 0,30 Millionen Barrel täglich, Frankreich 0,25 Millionen, Großbritannien 0,16 Millionen.
Die Märkte reagierten heftig. Der Brent-Preis stieg im März um 49 Prozent auf 108,01 Dollar pro Barrel. Die Rohstoffstrategen von Macquarie sehen eine 40prozentige Wahrscheinlichkeit für einen verlängerten Konflikt bis Juni – dann könnte der Ölpreis auf 200 Dollar steigen.
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Die Europäische Energieagentur schlägt unterdessen bereits Alarm. Europa verfügt nach Angaben ihres Chefs nur noch über Kerosin für etwa sechs Wochen. Die derzeitige Lage bezeichnete Fatih Birol in einem Interview der Nachrichtenagentur AP als „größte Energiekrise, die wir je erlebt haben“. Der IEA-Direktor warnte vor möglichen Flugausfällen, sollten Öllieferungen aufgrund des Iran-Krieges weiterhin blockiert bleiben. „Ich kann Ihnen sagen, daß wir bald die Nachricht hören werden, daß einige Flüge von Stadt A nach Stadt B aufgrund von Treibstoffmangel gestrichen werden könnten.“
Ähnlich sieht es der Ökonom Claudio Galimberti von der Analysefirma Rystad Energy. Die Situation könne binnen der „nächsten drei, vier Wochen systemisch“ werden, sagte der Experte. „Es könnte also schon im Mai und Juni zu erheblichen Flugkürzungen kommen.“ Galimberti zufolge wurden bereits Flüge wegen Kerosin-Engpässen gestrichen. (mü)
Bild: Pixabay/Gemeinfrei
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