Pariser Nationalversammlung gibt grünes Licht: Mehr Autonomie für das Elsaß

18. April 2026
Pariser Nationalversammlung gibt grünes Licht: Mehr Autonomie für das Elsaß
Kultur & Gesellschaft
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Foto: Symbolbild

Straßburg/Paris. Ein großer Erfolg für die elsässischen Autonomiebestrebungen: die Region darf aus der Großregion Grand Est austreten und wird künftig formell eine „außergewöhnliche Körperschaft“ sein.

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Das ist der Inhalt eines Gesetzentwurfs, den jetzt die französische Nationalversammlung verabschiedet hat. Dem deutsch geprägten Elsaß wird damit mehr Selbständigkeit innerhalb Frankreichs zugestanden. Künftig bildet das Gebiet eine „collectivité territoriale à statut particulier“, vergleichbar mit Korsika. Die Kompetenzen von Region und Departement sollen in einer neuen Verwaltungseinheit zusammengelegt werden, was mehr Entscheidungsbefugnisse in den Bereichen Kultur, Bildung, Wirtschaft und Tourismus mit sich bringt. Auch eine stärkere finanzielle Eigenverantwortung ist geplant: das Elsaß darf künftig den größeren Teil seiner Steuereinnahmen behalten. Die genauen Kompetenzen gegenüber der Pariser Zentrale werden noch ausgehandelt.

Der Durchbruch gelang vor allem dank der Unterstützung des Rassemblement National (RN) von Marine Le Pen. Die Abstimmung endete mit 131 Ja- gegen 100 Nein-Stimmen; ohne die rechte Mehrheit hätte die Reform keine ausreichende Zustimmung gefunden. Der RN versteht sich programmatisch als Beschützer regionaler Identitäten.

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Das Elsaß ist seit Jahrhunderten ein Zankapfel zwischen Deutschland und Frankreich. Im Zuge der sogenannten Reunionskriege eroberte Frankreich die bis dahin rein deutsche Region im 17. Jahrhundert. Nach dem Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 holte sich das neugegründete Deutsche Reich das Elsaß daraufhin als „Reichsland Elsaß-Lothringen“ wieder zurück. Nach dem Ersten Weltkrieg mußte Deutschland das Gebiet im Versailler Vertrag 1919 erneut an Frankreich abtreten. Im Zweiten Weltkrieg folgte ein neuerlicher Wiederanschluß an Deutschland, und die Straßburger Universität wurde als „Reichsuniversität“ eine der renommiertesten deutschen Hochschulen. Seit 1945 gehört die Region dauerhaft zu Frankreich, das nach dem Zweiten Weltkrieg auf eine rigide Französisierung setzte. Viele Bewohner pflegen allerdings noch immer eine doppelte Identität zwischen der französischen Staatsangehörigkeit und der regionalen Identität.

2015 wurde die selbständige Region Elsaß im Zuge einer territorialen Reform mit Lothringen und der Region Champagne-Ardenne zur Großregion „Grand Est“ zusammengelegt. Die in Paris ohne Volksabstimmung beschlossene Reform löste massive Proteste aus: viele sahen darin den Verlust eigener Strukturen und der elsässischen Identität. Die nun beschlossene Autonomie gilt deshalb als Korrektur dieser Reform und als Antwort auf die Forderungen nach „mehr Elsaß im Elsaß“. (mü)

Bild von Clker-Free-Vector-Images auf Pixabay

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