Auf dem falschen Fuß erwischt: Dreht Putin jetzt den Gashahn ab?

11. März 2026
Auf dem falschen Fuß erwischt: Dreht Putin jetzt den Gashahn ab?
International
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Foto: Symbolbild

Berlin/Moskau. Im seit 2022 andauernden Energiekonflikt zwischen Rußland und der EU hat Moskau jetzt eine Bombe gezündet. Kremlchef Putin ließ letzte Woche in einem Gespräch mit dem Journalisten Pawel Sarubin durchblicken, daß russische Gaslieferungen nach Europa möglicherweise schon weit vor den von Brüssel gesetzten Fristen eingestellt werden könnten. Die EU plane ohnehin, „in einem Monat, am 24., dem letzten Tag, ab dem 25. Beschränkungen für den Kauf von russischem Gas, einschließlich Flüssiggas, einzuführen. Und in einem Jahr, 2027, sollen weitere Beschränkungen bis hin zu einem vollständigen Verbot folgen“, so Putin wörtlich.

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Vor diesem Hintergrund stelle sich die Frage, ob es für Rußland nicht vorteilhafter sei, die Lieferungen sofort einzustellen. „Jetzt öffnen sich andere Märkte“, sagte der Kremlchef. Man solle sich auf diese konzentrieren und dort Fuß fassen. Es handle sich dabei nicht um eine politische Entscheidung, sondern um eine schlichte ökonomische Erwägung.

Tatsächlich treibt Brüssel den Ausstieg aus russischen Energielieferungen seit langem voran, hat die angestrebte Energie-Unabhängigkeit aber bis heute nicht umsetzen können. Für Flüssigerdgas gilt eine Übergangsfrist bis 2027, russisches Pipelinegas soll sogar schon ab dem 30. September dieses Jahres vollständig aus den EU-Importen verschwinden.

Doch die russische Seite scheint nicht gewillt, diesen Zeitplan abzuwarten. Vizepremier Alexander Nowak kündigte nun an, russische LNG-Lieferungen, die bislang vor allem in niederländische, belgische, französische und spanische Terminals flossen, künftig nach China, Indien, Thailand und auf die Philippinen umzuleiten. Der Schlag träfe die Europäer kalt: die Speicherstände in den Niederlanden sind mit nur noch neun Prozent bereits jetzt kritisch. Deutschland kratzt mit 20,8 Prozent am historischen Tief. Hinzu kommt der Ausfall katarischer LNG-Mengen wegen der seit kurzem kriegsbedingt gesperrten Straße von Hormus. Akute Versorgungsengpässe rücken jetzt in greifbare Nähe.

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Während sich die Gas-Krise zuspitzt, zeichnet sich bei einem anderen Energie-Thema eine bemerkenswerte Wendung ab. Wie der US-Wirtschaftsdienst „Bloomberg“ berichtet, will die Trump-Regierung die deutsche Rosneft-Tochter auf unbestimmte Zeit von Sanktionen ausnehmen. Kanzler Friedrich Merz war vergangene Woche im Oval Office bei US-Präsident Donald Trump und hat dort offenbar eine Sonderregelung für die Ölversorgung aus Rußland durchgesetzt. Die Beteiligungen an deutschen Raffinerien könnten damit weiterbetrieben werden. Diese Volte steht völlig im Gegensatz zur offiziellen Sanktionspolitik. Doch den Europäern steht das Wasser jetzt zum Hals. Nur dumm, wenn Moskau nun nicht mehr will. (mü)

Bild: Pixabay/Gemeinfrei

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2 Kommentare

  1. Der tut nix sagt:

    Wenn man einen bisher immer zuverlässig arbeitenden Partner immer wieder mit Ohrfeigen traktiert, muss man sich nicht wundern, wenn dieser sagt,, mir reicht es jetzt, ich suche mir andere Partner“ !
    Eine normale Reaktion halt.

  2. Bernd Sydow sagt:

    Solange die Straße von Hormus für Handels- und für Tankschiffe gesperrt bleibt, und der Iran dort seine Seeminen verlegt, werden die Spritpreise an deutschen Tankstellen auf einem ungewohnt hohen Niveau (deutlich über 2 Euro) verbleiben. Kanzler Friedrich Merz war nun kürzlich zu Gast bei US-Präsident Trump und hat dort offenbar eine Sonderregelung für die Ölversorgung aus Rußland durchgesetzt (In Raffinerien wird Erdöl zu Benzin und Diesel weiterverarbeitet). Die Beteiligungen an deutschen Raffinerien könnten damit weiterbetrieben werden.

    Nur dumm (für Deutschland), wenn Moskau nun nicht mehr will (Artikel letzter Satz). Aber das wird nicht passieren, wenn die Merz-Regierung soviel gesunden Menschenverstand beweist und endlich aus den bescheuerten Sanktionen gegen Rußland aussteigt!

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