Berlin/Wilna. Auf der Münchner Sicherheitskonferenz meldete Bundeskanzler Merz (CDU) einen deutschen Führungsanspruch bei den künftigen europäischen Verteidigungsanstrengungen an. Auch im Inland wird seit langem für die „Kriegstüchtigkeit“ des Landes getrommelt. Umso peinlicher, daß alle Ertüchtigungsbemühungen ausgerechnet bei einem Prestigeprojekt der deutschen Aufrüstung offenbar ins Leere laufen: für die dauerhaft im Ausland stationierte Litauen-Brigade der Bundeswehr fehlen die Soldaten. Wie der „Spiegel“ berichtet, bleibt die Zahl der Freiwilligen weit hinter den Erwartungen zurück – obwohl der Minister versprochen hatte, nur Soldaten zu entsenden, die sich freiwillig für den zweijährigen Einsatz an der NATO-Ostflanke melden.
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Interne Unterlagen geben ein ernüchterndes Bild preis. Beim Panzerbataillon 203 aus Augustdorf, das 414 Soldaten für Litauen stellen soll, haben sich lediglich 197 Bewerber gemeldet. Noch bescheidener ist die Lage beim Panzergrenadierbataillon 122: von 640 eingeplanten Dienstposten konnten nur 181 besetzt werden. Für die übrigen Teileinheiten der Brigade – Artillerie, Aufklärer, Pioniere und Unterstützungskräfte – werden 1971 Soldaten gesucht. Auch hier fällt die bisherige Bilanz dürftig aus: nur 209 Freiwillige haben sich beworben, das sind gerade einmal rund 10 Prozent. In einer vertraulichen Vorlage aus dem Pistorius-Ministerium heißt es denn auch: „Freiwilligenbewerbungen sind nicht ausreichend.“
Dabei hatte Pistorius bei der Ankündigung im Juni 2023 viel versprochen. Üppige Zulagen, deutsche Schulen für die Kinder der Soldaten und Hilfe bei der Jobsuche für Ehepartner sollten den Standort Litauen attraktiv machen. Doch ersichtlich reicht das nicht.
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Das Heer will nun mit einer Werbe-Offensive reagieren. 43.000 Informationsschreiben werden verschickt, mit Tagesausflügen nach Litauen sollen Interessenten die Kasernen vor Ort gezeigt werden. Ein weiterer Vorschlag sieht die Verkürzung der „Mindeststehzeit“ auf ein Jahr vor. Intern wird sogar diskutiert, ob jetzt nicht die Freiwilligkeit für das Litauen-Prestigeprojekt aufgegeben werden muß.
Das Verteidigungsministerium gibt sich unterdessen gelassen. Die Zahlen seien lediglich „ein Zwischenstand von Ende letzten Jahres“, man sei optimistisch, die 5000 Frauen und Männer für die Brigade aufbringen zu können. Doch der Zeitplan ist ehrgeizig und läßt nicht viel Spielraum: noch im laufenden Jahr sollen alle Verbände einschließlich der Teileinheiten aufgestellt werden, 2027 beginnt dann die Verlegung. Ob sich bis dahin genügend Freiwillige finden, steht in den Sternen. Für die von Pistorius beschworene Kriegstüchtigkeit ist das kein gutes Omen. (he)
Bild: Pixabay/gemeinfrei
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