Berlin. Der Verfassungsschutz schlägt Alarm: immer häufiger radikalisieren sich Jugendliche und planen islamistische Anschläge in Deutschland. Ein aktueller Fall: Ende Februar 2025 griff der 19jährige syrische Flüchtling Wassim Al M. am Berliner Holocaust-Mahnmal einen spanischen Touristen mit einem Messer an und verletzte ihn lebensgefährlich.
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Laut Verfassungsschutzpräsident Sinan Seelen sorgt die neue Generation junger Extremisten bei seiner Behörde für viel Kopfzerbrechen. „Diese sehr jungen Menschen bereiten uns besondere Herausforderungen, weil sie nicht über einen langen Zeitraum ideologisch geprägt werden, sondern sich sehr schnell radikalisieren. Und dann auch die Bereitschaft entwickeln, zur Tat überzugehen“, sagte Seelen bei der Vorstellung des VS-Jahresberichts.
Recherchen des ZDF-Magazins „frontal“ belegen, daß es in den vergangenen zwei Jahren mindestens neun weitere geplante Anschläge durch mutmaßliche Täter unter 20 Jahren in verschiedenen deutschen Städten gab. Bis auf den Angriff in Berlin konnten alle verhindert werden. Die Zahl minderjähriger islamistischer Tatverdächtiger ist seit 2020 gestiegen.
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Der Berliner Attentäter soll bei seiner Festnahme einen Koran, einen Gebetsteppich und einen Zettel mit einem Koranzitat bei sich getragen haben. Die darauf notierte Sure 120, die besagt „Die Juden und die Christen werden nicht zufrieden mit dir sein, bis du ihrer Gemeinschaft folgst“, wird laut Terrorismusexpertin Rebecca Schönenbach von Gruppen wie dem „Islamischen Staat“ genutzt: „Das ist im Prinzip die Vorbereitung von Gewalt.“ Auf dem Handy des Angeklagten fanden Ermittler zudem Bilder des IS-Henkers „Jihadi John“.
Andreas Taube, Leiter des Anti-Terrorismuszentrums beim Landeskriminalamt Baden-Württemberg, bestätigt den Trend und spricht von „Teenie-Terroristen“. Das Internet spiele bei der Radikalisierung eine entscheidende Rolle. Islamistische Propaganda werde über Plattformen wie TikTok, YouTube oder Telegram als Dauerschleife verbreitet. „Da gibt es inzwischen islamistische Influencer, die generieren sechsstellige Follower-Zahlen, wo sie Hunderttausende von Jugendlichen und jungen Menschen erreichen können“, so Taube.
Auch Gruppierungen wie die als harmlose Aufklärer auftretende Initiative „Muslim Interaktiv“ tragen laut Erkenntnissen der Sicherheitsbehörden dazu bei, gesellschaftliche Gräben zu vertiefen, und gelten als islamistisch. (rk)
Bild von hosny salah auf Pixabay
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