Whistleblowerin vor dem Kongreß: „Facebook schadet, spaltet und schädigt die Demokratie“

8. Oktober 2021
Whistleblowerin vor dem Kongreß: „Facebook schadet, spaltet und schädigt die Demokratie“
International
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Washington. Das ist extrem schlechte Presse für Facebook: die ehemalige Mitarbeiterin und Whistleblowerin Frances Haugen hat jetzt vor dem US-Kongreß eine strenge Regulierung des Online-Riesen gefordert und dabei Vorwürfe erhoben, die ans Eingemachte gehen: „Ich glaube, daß die Produkte von Facebook Kindern schaden, Spaltung anheizen und unsere Demokratie schwächen“, sagte Haugen vor einem Senatsausschuß. „Der Kongreß muß handeln.“

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Haugen warf Facebook vor dem Unteraußchuß für Verbraucherschutz, Produktsicherheit und Datensicherheit vor, eigene Gewinne über die Sicherheit von Menschen zu stellen – mit verheerenden Folgen für Demokratie und Gesellschaft. „Die Unternehmensführung weiß, wie Facebook und Instagram sicherer gemacht werden können. Sie nimmt aber nicht die notwendigen Änderungen vor, weil sie ihre astronomischen Profite über die Menschen gestellt hat.“

Mit Blick auf den stundenlangen Ausfall von Facebook und seinen Tochterdiensten Instagram und Whatsapp am Montag sagte Haugen, in dieser Zeit sei Facebook „nicht dazu genutzt worden, Spaltungen zu vertiefen, Demokratien zu destabilisieren und junge Mädchen und Frauen sich schlecht fühlen zu lassen“.

Haugen hatte sich erst am Sonntag als die Whistleblowerin und Insiderin zu erkennen gegeben, die interne Dokumente des Konzerns an Behörden und das „Wall Street Journal“ weitergereicht hatte. Die frühere Facebook-Produktmanagerin zum Thema Falschinformationen wirft dem Unternehmen vor, auf der Suche nach Profiten bewußt Algorithmen einzusetzen, die spalterische und schädliche Inhalte fördern.

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Besonders entlarvend: ihren Enthüllungen zufolge kam Facebook bei eigenen Untersuchungen zu dem Schluß, daß insbesondere die Fotoplattform Instagram der psychischen Gesundheit von Jugendlichen schaden könne. So zitierte das „Wall Street Journal“ den Satz: „Wir machen Probleme mit dem eigenen Körperbild für eine von drei Teenagerinnen schlimmer.“

Haugen warf Facebook bei der Kongreßanhörung vor, die Öffentlichkeit wiederholt in die Irre geführt zu haben. „Ich habe eine erschreckende Wahrheit erkannt: Fast niemand außerhalb von Facebook weiß, was innerhalb von Facebook passiert“, sagte die Datenspezialistin. „Das Unternehmen verheimlicht wichtige Informationen bewußt vor der Öffentlichkeit, vor der US-Regierung und vor Regierungen in aller Welt.“ Wichtig sei deswegen „volle Transparenz“. Haugen zog dabei Parallelen zur Zigarettenindustrie: „Als wir herausgefunden haben, daß die Tabakindustrie den Schaden verschleierte, den sie verursachte, hat die Regierung gehandelt.“ (mü)

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