Fragwürdige humanitäre Hilfe: WHO-Mitarbeiter erpreßten Sex in Afrika

1. Oktober 2021
Fragwürdige humanitäre Hilfe: WHO-Mitarbeiter erpreßten Sex in Afrika
International
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Genf. Es ist die schallende Bankrotterklärung einer vorgeblichen moralischen Instanz: humanitäre Helfer der Weltgesundheitsorganisation (WHO) haben bei ihrem Ebola-Einsatz in der Demokratischen Republik Kongo Dutzende Frauen und einige Männer sexuell ausgebeutet oder vergewaltigt. Das berichtete jetzt die von der WHO selbst eingesetzte Untersuchungskommission.

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Die Kommission sprach mit 63 betroffenen Frauen und 12 Männern. Sie dokumentierte neun Fälle von Frauen, die Vergewaltigungen meldeten, sowie 29 ungewollte Schwangerschaften. Insgesamt seien 83 mögliche Täter identifiziert worden – 21 von ihnen hätten mit Sicherheit bei der WHO gearbeitet. Die meisten Männer hätten Übergriffe rundheraus abgestritten oder behauptet, der Sex sei einvernehmlich gewesen. Die wahre Zahl von Tätern und Opfern sei wahrscheinlich noch deutlich höher. Die Frauen erhoben Vorwürfe unter anderem gegen WHO-Ärzte und sogar leitende Mitarbeiter, darunter Lokalangestellte und Ausländer.

Die Fälle waren vor einem Jahr durch Medienberichte ans Licht gekommen. Mehr als 50 Frauen berichteten, Männer hätten sie während des Ebola-Ausbruchs von 2018 bis 2020 im Gegenzug für Jobangebote zum Sex gezwungen oder ihnen gekündigt, wenn sie Sex ablehnten. Nach dem Bericht des „New Humanitarian“ und der „Thomson Reuters Foundation“ waren Frauen betroffen, die als Köchinnen, Putzhilfen oder bei Informationsprogrammen für die Bevölkerung arbeiteten. Sie hätten Kurzverträge für etwa 50 bis 100 Dollar im Monat bekommen.

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„Um im Job voranzukommen, mußte man in Sex einwilligen. Jeder hatte Sex im Gegenzug für irgendetwas“, zitiert die Kommission eine Betroffene. Die WHO habe sich auf den Kampf gegen die Krankheit konzentriert, die Risiken sexueller Ausbeutung ausgeblendet und kein System gehabt, um Beschwerden von Opfern aufzunehmen, so die Kommission.

„Wir sind gedemütigt, entsetzt und unser Herz ist gebrochen“, erklärte die WHO-Regionaldirektorin für Afrika, Matshidiso Moeti. WHO-Chef Gebreysius bat die Opfer um Vergebung. (mü)

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