Tschechischer Präsident Zeman: Nach dem Afghanistan-Desaster steht die Legitimität der NATO zur Diskussion

26. August 2021
Tschechischer Präsident Zeman: Nach dem Afghanistan-Desaster steht die Legitimität der NATO zur Diskussion
International
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Prag. In vielen Ländern herrscht nach dem raschen Sieg der Taliban immer noch ungläubiges Staunen. In der Tschechischen Republik hat Staatspräsident Miloš Zeman angesichts der Ereignisse grundsätzliche Kritik an den USA, aber auch an der NATO geübt. In einem Interview der Zeitschrift „Parlamentní Listy“ erinnert Zeman daran, daß er den westlichen Truppenabzug vom Hindukusch schon vor Jahresfrist mit Nachdruck abgelehnt habe: „Ich habe Trump und Biden, die anwesend waren, in die Augen geschaut und ihnen gesagt, daß das Feigheit ist und den Taliban eine Chance gibt, die sie vorher nicht hatten.“

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Nach dem selbstverschuldeten Debakel stelle sich die Frage nach der Legitimität der NATO: „Durch den Abzug aus Afghanistan haben die Amerikaner das Ansehen eines Weltführers verloren, und die NATO selbst läßt nun Zweifel an der Legitimität ihrer Existenz aufkommen.“ Denn wenn man schon die Verteidigungsausgaben erhöhe, dann „erwarten wir davon einen gewissen Nutzen, nämlich den Schutz vor dem internationalen Terrorismus. Wenn die NATO hier versagt hat, sollte dies auch zu einer Neubewertung unserer Verteidigungsausgaben und zu  einer stärkeren Betonung der nationalen Verteidigung führen.“

Es sei nachgerade eine „ziemliche Verschwendung“, heute noch in die NATO zu investieren, denn: „Die NATO hat dramatisch versagt“.

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Nach dem Desaster am Hindukusch werde das Mißtrauen vieler Mitgliedsländer zunehmen, „denn sie werden sagen: Wenn ihr in Afghanistan versagt habt, wo ist dann die Garantie, daß ihr in anderen kritischen Situationen nicht versagt?“

Im übrigen stimme er mit dem französischen Präsidenten Macron überein, sagte Zeman, der nicht Rußland, sondern den internationalen Terrorismus als Hauptfeind bezeichnete. Der Hauptzweck des westlichen Militärbündnisses sollte darin bestehen, „den islamischen Terrorismus zu bekämpfen“. (mü)

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3 Kommentare

  1. Bernd Sydow. sagt:

    Der Fall des Eisernen Vorhanges löste eine Kettenreaktion aus. Die Grenzen in Mitteleuropa zwischen Ost und West – bspw. DDR und BRD – wurden durchlässig, die Berliner Mauer wurde abgerissen, die DDR wurde demokratisch und Deutschland (teil)wiedervereinigt. Infolge dieser Ereignisse waren auch die Tage der kommunistischen Sowjetunion gezählt. Der Warschauer Pakt hatte sich bereits aufgelöst.

    Und die NATO? Sie, die 1949 als Verteidigungsbündnis gegen die Bedrohung aus dem Osten geschaffen worden war – der Warschauer Pakt wurde erst 1955 gegründet -, löste sich allerdings nicht auf, sondern blieb bestehen. Um die Weiterexistenz der NATO, die von den USA dominiert wurde und wird, zu rechtfertigen, mußte also ein neuer geeigneter Gegner her, der auch alsbald gefunden war, nämlich die Russische Föderation. Daß selbige längst keine Diktatur und für den Westen längst keine Bedrohung mehr ist, wird geflissentlich ignoriert.

    Die NATO – sprich: die USA – hatte nun lange Jahre Gelegenheit, sich in Afghanistan zu bewähren und ihre Existenzberechtigung unter Beweis zu stellen. Aber sie ist krachend gescheitert, und was daraus folgt, kann nur die Abschaffung der NATO sein! Staatspräsident Zeman gebe ich auf ganzer Linie recht!

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