ZUERST!-Hintergrund: Szenarien für die Zukunft der Arktis

26. April 2021
ZUERST!-Hintergrund: Szenarien für die Zukunft der Arktis
International
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Oslo/Moskau. Die arktische Region steht heute vor allem demographischen und klimatischen Herausforderungen gegenüber. Darüber hinaus wird sie auch zunehmend Schauplatz geopolitischer Konflikte. Am 23. April fand die Online-Diskussionsrunde „Arctic-2050: Mapping the Future of the Arctic“ statt, um die wirtschaftlichen, ökologischen und sozialen Perspektiven für die Entwicklung der Region zu analysieren.

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Die norwegische Nord University Business School und die russische Moscow School of Management (SKOLKOVO) präsentierten dabei vier mögliche Szenarien für die Entwicklung der Arktis bis zum Jahr 2050 und skizzierten mögliche Optionen. Die vier Entwicklungsprioritäten für die Arktis beschreiben die möglichen Auswirkungen einer verstärkten wirtschaftlichen Aktivität in der Region und analysieren auch die Risiken und Chancen.

Jedes Szenario wird hierbei mit einer von vier unterschiedlichen historischen Zeitaltern in Verbindung beschrieben: „Dunkles Zeitalter“, „Zeitalter der Entdeckung“, die „Romantik“ und „Renaissance“.

Die Teilnehmer der Diskussionsrunde waren international anerkannte Experten, Wissenschaftler, Politiker, Vertreter von Ministerien sowie Wirtschaftsvertreter aus verschiedenen Ländern.

Alexey Kalinin, Direktor des Instituts für Emerging Markets Studies an der Moscow School of Management (SKOLKOVO), führte durch das Programm. Prof. Frode Nilssen vom renommierten norwegischen Fridtjof Nansen Institut gab einen Einblick in die rasanten sozioökonomischen Veränderungen in der Arktis-Region innerhalb der letzten Jahrzehnte und beleuchtete die großen technologischen, wirtschaftlichen, ökologischen und sozialen Herausforderungen für die Entwicklung der Arktis.

Nikolay Korchunow, der LA „Arktis-Botschafter“ im russischen Außenministerium TÄTIG IST, betonte, daß die Arktis-Region auch politisch eine Herausforderung sei – nicht zuletzt auch wegen der vielen Anrainerstaaten. Korchunow zeigte sich besonders an Fragen der nachhaltigen Entwicklung interessiert, und daran, die richtige Balance zwischen Umweltschutz und sozioökonomischer Entwicklung zu finden – und das alles in einer internationalen Übereinkunft.

Sowohl Nilssen als auch Korchunov betonten, daß für die Entwicklung der arktischen Region die Zusammenarbeit der Länder mit arktischen Regionen – USA, Kanada, Finnland, Grönland (Dänemark), Island, Norwegen, Rußland und Schweden – eine der wichtigsten Bedingungen bleibt.

Am Ende der Diskussion fragte Kalinin die Redner und das Publikum, wie sie das Zukunftsszenario für die arktische Region sehen. Die Teilnehmer konnten eines von Kalinins vier Szenarien wählen – Dunkles Zeitalter, Zeitalter der Entdeckungen, Romantik und Renaissance.

Beim Dunklen Zeitalter wird die Arktis ein entvölkerter und verwüsteter Industriestandort für die rücksichtslose Ausbeutung der fossilen Ressourcen.

Im Szenario des „Zeitalters der Entdeckungen“ scheitern Umweltregulierung und Katastrophenschutz daran, den Niedergang der Arktis zu verlangsamen. Natürliche Lebensräume und die Lebensgrundlagen der einheimischen Bevölkerung verschlechtern sich zunehmend.

Im Romantik-Szenario hört das Geld auf, in die Arktis zu fließen, weil die institutionellen Beschränkungen verstärkt werden.

Im Renaissance-Szenario schließlich einigen sich die Nationen darauf, die Erforschung der Arktis fortzusetzen – und wie bei der Erforschung des Weltraums wird sie zu einem Symbol der internationalen Zusammenarbeit und des Strebens der Menschheit nach Fortschritt und Innovation. Die Regierungen einigen sich auf Standards in der Arktis, schaffen Anreize für den Einsatz der besten verfügbaren Technologien.

Das Ergebnis der Umfrage war recht interessant: Fast alle Teilnehmer wählten entweder das Zeitalter der Entdeckungen oder die Renaissance, während nur zwei Teilnehmer für das Szenario der Romantik stimmten und keiner für das dunkle Zeitalter.

In Zeiten zunehmender politischer Spannungen vor allem zwischen den Ländern der arktischen Region – darunter die USA, Rußland und die EU – kann die Veranstaltung als positives und ermutigendes Beispiel für die Zukunft gesehen werden. (CF)

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