Weil die polnische „Heimatarmee“ nicht gut wegkommt: Deutsche TV-Macher sollen sich entschuldigen

29. März 2021
Weil die polnische „Heimatarmee“ nicht gut wegkommt: Deutsche TV-Macher sollen sich entschuldigen
Kultur & Gesellschaft
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Krakau. Ihre Geschichte lassen sich die Polen von niemandem madig machen – auch wenn die chauvinistischen Heiligenlegenden der historischen Überprüfung nicht standhalten. Jetzt sind die Macher des ZDF-Mehrteilers „Unsere Mütter, unsere Väter“ vom Berufungsgericht in Krakau zu einer Entschuldigung verurteilt worden. Die Darstellung der polnischen „Heimatarmee“, der im Untergrund agierenden polnischen Partisanentruppe während des Zweiten Weltkrieges, hatte einem Veteranen nicht gepaßt.

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Das Krakauer Gericht befand, die Produzenten der überaus erfolgreichen deutschen Mini-Serie, die erstmals 2013 ausgestrahlt worden war, müßten zwar keinen Schadenersatz leisten. Jedoch solle eine Entschuldigung im polnischen Fernsehen sowie in den deutschen Sendern ZDF, ZDFneo und 3sat veröffentlicht werden. Das Urteil gegen die Produktionsfirma UFA Fiction und das ZDF ist rechtskräftig.

Der Kläger, ein inzwischen 96 Jahre alter Veteran, sowie ein Verband früherer AK-Mitglieder hatten dem ZDF und UFA Fiction vorgeworfen, mit dem Dreiteiler über Deutsche im Zweiten Weltkrieg ihre Persönlichkeitsrechte verletzt zu haben. „Unsere Mütter, unsere Väter“ enthalte Szenen, die der polnischen Heimatarmee eine Mitschuld an den Verbrechen gegen Juden gäben.

ZDF und UFA Fiction wollen sich mit dem Krakauer Urteil offenbar nicht so ohne weiteres abfinden. Sie erklärten in einer Stellungnahme, man bedauere, daß das Gericht der Freiheit der Kunst keine ausreichende Beachtung geschenkt habe. An der Erarbeitung des Drehbuchs für den Mehrteiler seien zudem namhafte Fachhistoriker beteiligt gewesen. Man behalte sich weitere Rechtsmittel vor. Erstinstanzlich hatte ein Bezirksgericht in Krakau 2018 die Produzenten sogar zu einer Zahlung von Schadenersatz in Höhe von 20.000 Złoty (umgerechnet etwa 4.500 Euro) verurteilt.

Das Berufungsgericht argumentiert, der deutsche Dreiteiler zeige Partisanen mit einer weiß-roten Armbinde und der Aufschrift „AK“ und führe dazu aus, daß Vertreter dieser Organisation „einen Widerwillen gegen Juden hatten, ihrem Los gegenüber gleichgültig und von einer antisemitischen Haltung durchdrungen waren“. Infolgedessen werde die Heimatarmee als Formation wahrgenommen, in der eine „antisemitische Haltung“ überwogen habe. Damit sei die Freiheit der Meinungsäußerung überschritten worden, so das Gericht.

Die 2013 erstmals ausgestrahlte Serie handelt von fünf miteinander befreundeten jungen Deutschen während des Zweiten Weltkriegs. Einer von ihnen, Viktor, entkommt seiner Deportation nach Auschwitz-Birkenau und schließt sich der Heimatarmee an. Die ZDF-Produktion wurde 2014 mit dem Internationalen Emmy ausgezeichnet.

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Hintergrund für den Prozeß gegen das ZDF stellt das sogenannte „Holocaust-Gesetz“ dar, das im Januar 2018 vom polnischen Senat verabschiedet wurde. Es sieht Geldstrafen oder bis zu drei Jahre Haft vor, wenn jemand unter anderem öffentlich und „entgegen den Fakten“ dem polnischen Volk oder dem polnischen Staat die Verantwortung oder Mitverantwortung für vom „Dritten Reich“ begangene Verbrechen zuschreibt oder für andere Verbrechen gegen den Frieden oder die Menschlichkeit oder für Kriegsverbrechen.

Davon kann in „Unsere Mütter, unsere Väter“ allerdings nicht die Rede sein. Eine in Polen weitverbreitete Judenfeindlichkeit vor, während und nach dem Zweiten Weltkrieg wird kein ernstzunehmender Historiker in Abrede stellen – bis 1946 kam es in Polen sogar wiederholt zu handfesten Judenpogromen. So wurden etwa allein in Kielce im Juli 1946 40 polnische Juden bei pogromartigen Ausschreitungen ermordet und 80 weitere verletzt. (rk)

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5 Comments

  1. Bernd Sydow schreibt:

    Als Nicht-Historiker weiß ich nicht, wie die wahre Haltung der polnischen Heimatarmee respektive einzelner ihrer Angehörigen gegenüber Juden war. Als nicht-jüdischer Deutscher interessiert mich das – ehrlich gesagt – auch nicht besonders. Tatsache ist aber, daß es während der Zeit der deutschen Besatzung (Zweiter Weltkrieg) und danach tätliche Übergriffe von nicht-jüdischen Polen auf Juden gab!

    • Ali Baba schreibt:

      und danach tätliche Übergriffe von nicht-jüdischen Polen auf Juden gab!
      1. Jawohl, es gab…Nur vereinzelt.
      2. Sie waren vor allem oekonomischer Natur.
      a/ Z. B. Geldwucher /%. sic!!!!!/
      3. Das Verleiten der Bauern zum Trinken.
      4. Das staendige Hoeren…eure Strasse, unser Miethaus /der Juden/.

  2. Wolfsrabe schreibt:

    Diese mittlerweile in vielen Ländern festgesetzten „Wahrheitsgesetze“ dienen immer nur einer bestimmten Volksgruppe. Aber nicht der Wahrheit.

  3. Ali Baba schreibt:

    die der polnischen Heimatarmee eine Mitschuld an den Verbrechen gegen Juden gäben.“
    SCHWEINE SIND UEBERALL. IN DIESER ORGANISATION /AK/ GAB SOLCHE EINZELLFAELLE.!! MAN KANN DAS NIEMALS VERALLGEMEINERN !! DIE HEILIGEN SIND NUR IM HIMMEL.

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