Neuer Skandal um amerikanisches Fracking-Gas: Infrastruktur wird viel teurer als geplant

15. November 2020
Neuer Skandal um amerikanisches Fracking-Gas: Infrastruktur wird viel teurer als geplant
Wirtschaft
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Berlin. Die umstrittenen Terminals für den Import amerikanischen Flüssiggases (LNG), von denen zwei auch in Deutschland entstehen sollen, sorgen weiter für Diskussionen. Jetzt berichten Medien und die Deutsche Umwelthilfe, daß die Netzbetreiber mit Kosten von über 800 Millionen Euro für den gesamten Netzausbau rechnen – um ein Vielfaches mehr als ursprünglich geplant.

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Doch die Bundesregierung hält am Ausbau der LNG-Infrastruktur fest. Eine Sprecherin des Bundeswirtschaftsministeriums erklärte jetzt ausdrücklich: „Der Ausbau der LNG-Infrastruktur in Deutschland ist ein wichtiges Anliegen der Bundesregierung.“ Um ein Gegengewicht zum Erdgas aus Rußland zu schaffen, will die Bundesregierung zwei LNG-Terminals für amerikanisches Flüssiggas an den Standorten Brunsbüttel und Stade bauen. Das am Standort Wilhelmshaven geplante Terminal wurde erst kürzlich aus Rentabilitätsgründen vom Trägerkonzern Uniper abgesagt.

Abgesehen von den gravierenden Umweltschäden, die das amerikanische Fracking-Gas verursacht, machten jetzt die Umwelt- und Verbraucherschutzorganisation Deutsche Umwelthilfe (DUH) und die „Zeit“ darauf aufmerksam, daß die Infrastruktur dafür in Deutschland um ein Vielfaches teurer würde, als ursprünglich von der Bundesregierung angekündigt. Für den Anschluß der Anlagen für Flüssigerdgas müssen nicht nur neue Anschlußleitungen gebaut, sondern auch die Leistungsfähigkeit des Gasleitungsnetzes erweitert werden. Die Kosten dafür belaufen sich auf rund 800 Millionen Euro. Die Politik hatte bisher lediglich Kosten von 134 Millionen Euro für den Bau der direkten Anschlußleitungen eingeräumt.

Brisant: diese Kosten werden nicht von den Investoren getragen, sondern sollen über den Gaspreis auf die Gaskunden umgelegt werden. DUH-Bundesgeschäftsführer Sascha Müller-Kraenner kritisiert, daß Bundeswirtschaftsminister Altmaier (CDU) die tatsächlichen Kosten der Terminals systematisch verheimlicht: „Unsere Recherchen enthüllen eine perfide Taktik der Befürworter von Fracking-Gas. Die wahren Kosten der Terminals werden vor der Öffentlichkeit verschwiegen und klammheimlich und im nachhinein den Verbraucherinnen und Verbrauchern in Rechnung gestellt. Der Großteil der Ausgaben entfällt nämlich auf das Gasnetz, das von den Gaskundinnen und -kunden finanziert wird. Diese müssen damit ungefragt den Fortbestand einer sterbenden, klimaschädlichen Industrie sichern – ein handfester Skandal. Bundes- und Landespolitik müssen umgehend die direkte und indirekte Subventionierung der Terminals stoppen.“ (se)

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Ein Kommentar

  1. Bernd Sydow schreibt:

    Für mich klingt das alles nach einer massiven Erpressung seitens der USA!

    US-amerikanisches Fracking-Gas als „Gegengewicht“ zum russischen Erdgas? Seit wann muß etwas Schlechtes als Gegengewicht zu etwas Gutem dienen?

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