Triumph der Gesinnungszensoren: S. Fischer-Verlag trennt sich von Monika Maron

24. Oktober 2020
Triumph der Gesinnungszensoren: S. Fischer-Verlag trennt sich von Monika Maron
Kultur & Gesellschaft
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Frankfurt/Main. Die Entscheidung des S. Fischer Verlags, keine Bücher der Schriftstellerin Monika Maron mehr zu publizieren, bleibt nicht unwidersprochen. Der Dichter und Essayist Durs Grünbein sagte jetzt der Wochenzeitung „Die Zeit“: „Damit liefert man jenen Argumente, die glauben, sie leben in einem Meinungskorridor. Das ist unproduktiv.“ Und: „Wir müssen wieder lernen, über Texte zu reden, nicht über Haltungen“, erklärte der Büchnerpreisträger von 1995.

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Monika Maron, eine Ikone der DDR-Literatur, die im nächsten Jahr 80 Jahre alt wird, hat seit ihrem Debütroman „Flugasche“ von 1981 bei 19 Bücher beim S. Fischer-Verlag veröffentlicht. Der Verlag begründete die Trennung mit Marons Essayband in der „Exil“-Reihe der Loschwitzer Verlagsbuchhandlung von Susanne Dagen aus Dresden und dem Vertrieb dieser Reihe durch den vom Verfassungsschutz beobachteten Antaios-Verlag von Götz Kubitschek.

Auch die Autorin und Moderatorin der ZDF-Sendung „Das literarische Quartett“, Thea Dorn, bezeichnete die Entscheidung des Verlags als „fatales Einschüchterungssignal“ an alle Autoren: „Wehe, ihr wandelt auf Abwegen! Wehe, ihr verstoßt gegen das moralische Reinheitsgebot!“ Sie frage sich, „wie in einem solchen Klima Literatur und Kunst noch gedeihen sollen, wie die immer krassere Polarisierung der Gesellschaft aufgehalten werden soll“.

Die Schriftsteller Jörg Bernig und Uwe Tellkamp solidarisierten sich ebenfalls in einem offenen Brief mit Monika Maron und Susanne Dagen. Besonders Tellkamp, der hin und wieder in neu-rechten Blogs publiziert, sorgte in den letzten Jahren mit kritischen Kommentaren über „Flüchtlinge“ für Aufsehen und unterzeichnete Petitionen zur Meinungsfreiheit, zuletzt den „Appell für freie Debattenräume“ in 2020.

Tellkamp wird von Gesinnungswächtern ebenfalls vorgeworfen, sich nicht ausreichend von der „neurechten“ Verlagsszene zu distanzieren.

Unterdessen hat Fischer-Verlagsleiterin Siv Bublitz in einem Brief an die Autoren von S. Fischer die Trennung von Maron noch einmal ausdrücklich verteidigt. Der Grund seien nicht Marons persönliche Ansichten und Meinungsäußerungen. „Die Gründe liegen in ihrer Entscheidung, Essays in der Reihe ,Exil‘ des Buchhauses Loschwitz zu veröffentlichen, und in der Unmöglichkeit, darüber mit ihr ins Gespräch zu kommen“, schreibt Bublitz. Das Buchhaus Loschwitz habe enge Verbindungen mit dem vorgeblich völkische und rassistische Theorien propagierenden Antaios Verlag, etwa über den gemeinsamen Vertrieb und die Veranstaltungsreihe „Mit Rechten lesen“.

Monika Maron hat ihrerseits das Manuskript des zu ihrem 80. Geburstag vorgesehenen Textbandes zurückgezogen, der nun nicht mehr bei S. Fischer erscheinen soll. Die Schriftstellerin kritisierte schon früher einen „eingeschränkten Diskurs“ in Deutschland, insbesondere was Kritik am Islam angeht. (st)

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Ein Kommentar

  1. Bernd Sydow schreibt:

    Ein „Hoch“ auf die deutsche Demokratie des Jahres 2020! Es ist doch völlig ausreichend, wenn die Deutschen und die Nichtdeutschen mit deutschem Paß alle vier oder fünf Jahre wählen dürfen. Wozu ihre Gehirne mit „rechtem“ Gedankengut belasten? Was sie zu denken und zu empfinden haben, wird ihnen von unseren politisch korrekten Mainstream-Medien doch vorgegeben – Orwells „1984“ läßt grüßen! (Satire).

    Apropos „… Unmöglichkeit, darüber mit ihr ins Gespräch zu kommen“.
    Das erinnert mich an die „staatliche Gesprächskultur“ in der ehemaligen DDR. Ein Bürger hatte sich in der Öffentlichkeit „verplappert“ und war denunziert worden. Jedenfalls bekam er eine Vorladung zur Stasi-Zentrale in Ostberlin, zur „Klärung eines Sachverhalts“.

    Die Stasi-Beamten waren durchaus freundlich, er wurde nicht angeschrien, sie fragten ihn nach diesem und jenem und natürlich zu seinen politischen Ansichten. Am Schluß mußte er noch „der Ordnung halber“ ein Protokoll unterschreiben.
    Bald darauf wurde er verhaftet und zu so und soviel Jahren Haft verurteilt.

    Nun, Haft für politisch inkorrekte und regierungskritische Meinungsäußerungen gibt es hierzulande zwar nicht mehr, dafür aber oft die Vernichtung der beruflichen Existenz!

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