Kieler Ökonom rechnet vor: Tempolimit würde Milliarden kosten

15. September 2020
Kieler Ökonom rechnet vor: Tempolimit würde Milliarden kosten
Wirtschaft
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Berlin. Seit langem fordern Grüne und andere Linke ein flächendeckendes Tempolimit in Deutschland. Dies sei gut fürs Klima, argumentieren die Befürworter, außerdem sei ein Tempolimit „Umweltschutz zum Nulltarif“. Ulrich Schmidt vom Kieler Institut für Weltwirtschaft widerspricht dieser Rechnung. Er hält dagegen, daß ein generelles Tempolimit deutlich teurer als andere Maßnahmen zur Reduktion der Emissionen sei – und daher sowohl aus umweltpolitischer als auch volkswirtschaftlicher Sicht abzulehnen.

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Schmidt bezieht sich in seiner Studie auf aktuelle Untersuchungen des Umweltbundesamts. Seinen Berechnungen liegen dieselben Zahlen für Fahrzeuge bis 3,5 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht zugrunde. Für LKW über 3,5 Tonnen gilt auf deutschen Autobahnen bereits ein flächendeckendes Tempolimit von 80 km/h.

Schmidt argumentiert: Zeit ist Geld – und Zeit, die man auf der Autobahn verbringt, kann man nicht zum Arbeiten nutzen. Obwohl ein Tempolimit vor allem die Fahrer schneller Autos bremsen würde, sei davon auszugehen, daß der „Bleifuß-Tourismus“ nur einen Bruchteil der jährlich auf Autobahnen zurückgelegten Strecke ausmacht. Ein Tempolimit würde Schmidt zufolge nicht zu weniger Verkehr führen, sondern vor allem dazu, daß Autofahrer länger unterwegs sind. Diese Zeit kostet Arbeitgeber durchschnittlich 26,22 Euro pro Stunde. So hoch ist der durchschnittliche Bruttostundenlohn im ersten Quartal 2020. Denselben Betrag können Fahrer, die unterwegs sind, in dieser Zeit nicht verdienen.

Zusätzlich bewertet Schmidt die Einsparung der Kraftstoffe sowie die Verringerung der Zahl der Verkehrstoten. Eine monetäre Bewertung geretteter Menschenleben sei zwar „aus moralischen Gründen befremdlich“, aber für die Berechnung der volkswirtschaftlichen Kosten erforderlich. Das Umweltbundesamt bezifferte diesen Wert im Rahmen einer anderen Studie aus dem Jahr 2015 mit 3,62 Millionen Euro. Schmidt rundet diesen Wert auf 4 Millionen Euro pro Person auf.

Aus dem Zeitverlust, den CO2– und Treibstoffeinsparungen sowie den geretteten Menschenleben berechnet Schmidt schließlich die volkswirtschaftlichen Kosten verschiedener Tempolimits. Unter dem Strich sind weder 100, 120 noch 130 km/h aus volkswirtschaftlicher Sicht sinnvoll. Letzteres kostet „nur“ knapp eine Milliarde Euro. Die Kosten für flächendeckende 100 km/h liegen laut Schmidt hingegen bei über 6,7 Milliarden Euro – neue Schilder noch nicht eingeschlossen. (st)

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Ein Kommentar

  1. Mark schreibt:

    Der Bericht klingt jetzt mehr auf den Geschmack verschiedener Interessenlagen zugeschnitten; offen gestanden, gefällt mir weder die Argumentation des zitierten Ulrich Schmidt noch die der „Klimaschützer.“

    Chaoten auf Straßen und Autobahnen kann ich generell nicht ausstehen, und wozu es gut sein soll, ein Fahrzeug mit – sagen wir mal – 150 bis 200 km/h über den Asphalt zu scheppern, konnte mir noch niemand plausibel erklären. Bei solchen Geschwindigkeiten versäuft jedes KFZ Unmengen an Sprit, was für sich genommen schon völlig sinnlos ist. Weit kommt man damit auch nicht, denn das nächste Hindernis, das einen ausbremst, kommt garantiert. Sei es eine Tagesbaustelle, ein „Elefantenrennen“ von LKW’s u.v.m.

    Eine Reisegeschwindigkeit von etwa 120, 130 km/h genügt vollauf. Und das geht ohne Streß, Nervenkrieg und Gezeter. Und damit kommt man auch an sein Ziel.

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