ZUERST!-Hintergrund: Fünfkampf um den Landesvorsitz der AfD Niedersachsen

5. September 2020
ZUERST!-Hintergrund: Fünfkampf um den Landesvorsitz der AfD Niedersachsen
National
1

Hannover. Wenn am kommenden Wochenende (12./13. September) die niedersächsische AfD zu ihrem Landesparteitag ruft, läuft alles auf einen Showdown hinaus, der es mit jedem Wild-West-Streifen aufnehmen kann. Der in den vergangenen Jahren gebeutelte und von inneren Zwistigkeiten geprägte Landesverband entscheidet über einen neuen Vorstand, für den Vorsitz haben sich inzwischen fünf AfD-Politiker warmgelaufen und ihre Kandidatur verkündet. Daß es sich hierbei rein um Landtags- oder Bundestagsabgeordnete handelt, zeigt die Dringlichkeit mit der nach einer Neuausrichtung des Landesverbandes gesucht wird.

Abonniere jetzt:
>> Die starke Stimme für deutsche Interessen <<

Neben der amtierenden Landesvorsitzenden Dana Guth haben der Northeimer Bundestagsabgeordnete Jens Kestner, die Landtagsabgeordneten Stefan Wirtz und Christopher Emden sowie der ebenfalls im Bundestag sitzende Dietmar Friedhoff ihren Hut in den Ring geworfen.

Die Amtsinhaberin wirbt für ihre Wiederwahl mit einem wertkonservativ-liberalem Programm, sie gilt als Vertraute des Bundesparteivorsitzenden Jörg Meuthen. Kritiker im Landesverband lasten ihr politischen Stillstand an, mitunter sei sie für die schwachen AfD-Ergebnisse bei der Oberbürgermeisterwahl in Hannover (4,6%) und der Ratswahl in Walsrode (3,97%) verantwortlich. Personalpolitisch fragwürdige Entscheidungen im Fall eines Fraktionsmitarbeiters werden ihr ebenso angekreidet wie der ausgebliebene Aufbau schlagkräftiger Parteistrukturen.

Auch die Kandidaten Christopher Emden und Dietmar Friedhoff sehen sich parteiintern Kritik ausgesetzt, so soll Friedhoff zwischenzeitlich aus der AfD ausgetreten sein, da ihm die Partei zu patriotisch geworden sei. Gegner Friedhoffs haben bereits jetzt einen Antrag vorgelegt, der dies auf dem Parteitag zur Sprache bringen wird. Da auch Christopher Emden „mittelfristig gerne mit CDU und FDP regieren“ (HAZ) würde, wird im Landesverband diskutiert, ob es wirklich drei Kandidaten – Guth, Friedhoff, Emden – braucht, die inhaltlich für die gleichen Positionen eintreten und letztlich für einen wertkonservativ-wirtschaftsliberalen Kurs stehen.

Da der Braunschweiger Landtagsabgeordnete Stefan Wirtz ebenso als krasser Außenseiter gilt, wird es vermutlich auf das Hauptduell Dana Guth gegen Jens Kestner hinauslaufen. Kestner sieht sich in der Pflicht, seinen Landesverband aus der Talsohle herauszuholen. Desolate Wahlergebnisse, sinkende Umfragewerte und Stagnation bei den Mitgliederzahlen will er eine Kehrtwende entgegensetzen, um einen organisationsstarken Verband aufzubauen, der gut aufgestellt in die kommenden Wahlen auf Landes- und Kommunalebene gehen kann.

Das Führungsvakuum in der AfD Niedersachsen ist in den Personaldebatten mehr als sichtbar, die endgültige Entscheidung über den Vorsitz wird am nächsten Wochenende fallen. Der „High Noon“ kann beginnen. (ts)

Fordern Sie hier ein kostenloses Leseexemplar des Deutschen Nachrichtenmagazins ZUERST! an oder abonnieren Sie hier noch heute die Stimme für deutsche Interessen!

Wer für die Krise gewappnet sein will, findet hier Informations- und Ausrüstungsmaterial:

https://netzladen.lesenundschenken.de/krisenbereit/

 2,018 Leser gesamt

Jetzt teilen:

Ein Kommentar

  1. Wolfgang Schlichting schreibt:

    Die AfD ist aus unzufriedenen Mitgliedern der etablierten Parteien entstanden, ob ehemaligen LINKE, CDU, SPD, FDP oder CSU Mitglieder, die politischen Gegensätzlichkeiten spielten bei dem Eintritt in die AfD keine Rolle, die Gemeinsamkeit (womit die Gier nach Diäten und Zulagen als Bundes-, oder Landtagsabgeordnete gemeint ist)schweißte die buntgemischte Partei zunächst zusammen, was sich allerdings mehr und mehr nachteilig veränderte, weil es auch hier wieder Verlierer gab, die keinen Platz an den Diätentrögen ergattern konnten und sich mit den Gewinnern eine Schlacht um einen Platz am Diätentrog lieferten, die immer noch im Gange ist, das Wohl des deutschen Volkes war bei den AfD Mitgliedern schon immer ein Lippenbekenntnis, dem außer ein paar Anfragen bei der Regierung keine Taten folgten.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.