Sozialverbände schlagen Alarm: Nach Corona kommt die Armut

6. Juni 2020
Sozialverbände schlagen Alarm: Nach Corona kommt die Armut
Kultur & Gesellschaft
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Berlin. Die Armut in Deutschland wächst – und die Entwicklung wird durch die Corona-Krise noch einmal forciert. Nun häufen sich existentielle Notlagen. Sozialverbände schlagen deshalb Alarm.

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Einer Umfrage des Forschungsinstituts Forsa im Auftrag des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes zufolge denken 80 Prozent, daß von den gegenwärtigen Hartz-IV-Sätzen niemand menschenwürdig leben kann. Demnach seien etwa 728 Euro ohne Wohnkosten monatlich nötig, um die Grundbedürfnisse alleinstehender Erwachsener zu decken. Der Staat gesteht ihnen derzeit 432 Euro zu. Damit muß alles außer der Miete finanziert werden. Für Nahrung stehen einem Alleinstehenden insgesamt 150 Euro zu, 38 Euro für Strom und Instandhaltung der Wohnung. Die Sätze für Kinder sind noch niedriger. Unter Sechsjährige sollen von 87 Euro einen Monat ernährt werden. Für Kleidung stehen ihnen 22 Euro zu, für Gesundheitspflege neun Euro.

Der Hauptgeschäftsführer des Verbandes, Ulrich Schneider, wies darauf hin, daß zum Zeitpunkt der Umfrage Anfang März die coronabedingten Mehrausgaben noch nicht berücksichtigt worden seien. Die aktuellen Sätze für Hartz-IV- und Sozialhilfebezieher seien „trickreich kleingerechnet, lebensfern und in keiner Weise bedarfsgerecht“, kritisierte er nach der Veröffentlichung der Ergebnisse und erneuerte seine Forderung nach einem „Konjunkturprogramm gegen Armut“.

Gleichzeitig zeigen Daten des Statistischen Bundesamtes, daß die Preise im April drastisch angezogen haben. Insbesondere Lebensmittel wurden teurer. Allein für ihre Ernährung mußten die Deutschen 4,6 Prozent mehr als im Vorjahresmonat ausgeben. Obst und Gemüse haben sich sogar um elf Prozent binnen Jahresfrist und um 5,6 Prozent im Vergleich zum Vormonat März verteuert, meldete das Amt Mitte Mai.

Das bundesweite Erwerbslosenbündnis „Auf Recht bestehen“ warnte deshalb erst unlängst vor existentieller Not, die durch krisenbedingte Engpässe bei den Ämtern noch verschärft werde. Mancherorts sei es unmöglich, Sachbearbeiter zu erreichen oder über die Hotline hilfreiche Auskünfte zu erhalten, sagte Bündnissprecher Rainer Timmermann. Sein Mitstreiter Frank Jäger ergänzt: „Wenn die Leistungsabteilung für Kunden geschlossen ist, vergehen oft Wochen und Monate, bis Notlagen per Telefon, E-Mail oder Post behoben werden.“ Ihr Versprechen auf unbürokratische Hilfe habe die Bundesregierung damit nicht eingelöst. (ts)

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3 Comments

  1. Lack schreibt:

    Die bunte Regierung finanziert lieber die Kosten in anderen Ländern, die laut EZB reicher sind als wir!
    “ … und Schaden vom deutschen Volk abzuwenden“. Ach so, das gibt es ja nicht … . Da ist ja alles in Butter. Die Schulden dürfen wir dann schon …
    als deutsches Volk!

  2. Helmut Schnitzler schreibt:

    Wie wäre es bspw damit, daß man 450€ als ,,Harztz4ler“ oder Sozialhilfeempfänger anrechungsFREI hinzuverdienen kann, anstatt hier die Leistung um 300€ oder 200€ zu erhöhen?
    Dem Schmarotzertum würde damit Einhalt geboten und es wäre gut fürs Selbstwertgefühle der Betroffenen, wenn sie einen ,,Minijob“ frei hätten.

    Das Geld fließt ja eh wieder in die ,,freie Wirtschaft“ zurück und sorgt für Mwst-Einnahmen.

    Mich wundert es, weshalb die AfD dies noch nicht fordert. Sie könnte den grünen Parteien von csu bis pds damit zuvorkommen. aber anscheinend ist ihr das egal.

  3. Pingback: Patriotische Umschau – Juni 2020 – Deutsches Herz

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