Moskau macht sich keine Illusionen mehr über die AfD: „Keine Alternative“

24. Mai 2020
Moskau macht sich keine Illusionen mehr über die AfD: „Keine Alternative“
International
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Moskau/Berlin. Die russische Regierung hat sich offenbar eine Kurskorrektur hinsichtlich der AfD verordnet. Ein aktueller Kommentar des regierungsnahen russischen Nachrichtenportals RT („Keine Alternative: Heuchelei und Hinterzimmer-Politik in der NATO-Partei AfD“) geht mit der Partei wegen ihrer zögerlichen Rußland-Politik und ihrer „NATO-Hörigkeit“ hart ins Gericht.

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Vor dem Hintergrund der derzeitigen parteiinternen Querelen um den brandenburgischen Fraktionschef Andreas Kalbitz gelangt RT zu der Einschätzung, daß die drohende Beobachtung der AfD durch den Verfassungsschutz bei vielen Funktionären „Existenzängste“ auslöse. Unabhängig davon habe die AfD aber in essentiellen politischen Fragen – etwa was die NATO und das Verhältnis zu Rußland angeht – den Grundkonsens der Bundesrepublik noch zu keiner Zeit in Frage gestellt. Zwar sei „die Partei (…) gelegentlich durch plakative russlandfreundliche Äußerungen auf[gefallen], allerdings ohne jemals die Zwangsjacke der bundesdeutschen Realitäten ernsthaft in Frage zu stellen. Schon früh haben führende Partei-Mitglieder darauf hingewiesen, dass etwa die NATO-Mitgliedschaft überhaupt nicht in Frage gestellt werden könne“.

Das russische Regierungsmedium stellt für den weiteren Weg der AfD eine ernüchternde Prognose: „Geht die AfD den aktuell eingeschlagenen Kurs voran, dann wird aus der AfD eine umlackierte CDU der 1980er und 1990er Jahre, ein Auffangbecken für den sogenannten ‚Stahlhelm-Flügel‘ der Union, nationalkonservativ im Gehabe, aber NATO-treu bis ins Grab. Um die außenpolitischen Dogmen zu verändern, die zweifelsohne bis heute im politischen Berlin dominieren und die Zukunft Europas gefährden, bedarf es einer wahren Alternative. Laut ihrem Programm und ihrem Führungspersonal ist die AfD aber mit Sicherheit keine.“

In der Vergangenheit hatte es immer wieder dezente Versuche des Kreml gegeben, mit der AfD als aufsteigender oppositioneller Kraft in Deutschland ins Gespräch zu kommen. Hintergrund ist der Umstand, daß Moskau auf der Suche nach Ansprechpartnern in Deutschland ist, mit denen sich eine strategische Kurswende der verheerenden deutschen Außenpolitik bewerkstelligen und infolgedessen auch die westliche Sanktionsfront durchbrechen ließe. Eine Zeitlang setzte man dabei auf die AfD. Wie der harsche Kommentar der Kreml-nahen Plattform RT zeigt, ist damit jetzt offenbar Schluß. (mü)

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19 Comments

  1. Zack schreibt:

    Was erwarten die Russen? Wer in „demokratischen“ Systemen überleben will, muß seine Vasallentreue, wie im Mittelalter beteuern, ansonsten wird er weggeputzt. So wie die Frage der FDJ: „Du bist doch für den Frieden? Oder?“
    So hat auch die AfD bestimmte Knackpunkte, wo sie sich bekennen muß!

    • Manuela schreibt:

      Wir waren angetreten keine „Knackpunkte“ zu haben. Wer solche Knackpunkte im Ansatz zulässt hat schon verloren, wie wir gerade sehen. Wenn die bürgerlich-konservativ-liberale Mischpoke nicht eingehegt wird war es das.

    • Klatte schreibt:

      Was erwarten Sie das die AfD eine moskauhörige Partei wird. Wir haben dem Westen zu dienen, wir sind der Westen. Wir haben dem Westen unsere Freiheit zu verdanken nicht den Russen die unser Vaterland teilten mit einer Mauer.

  2. Altchemnitzer schreibt:

    Ich kann die russische Staatsführung da voll verstehen. Mir geht es mit meiner Mitgliedschaft ähnlich. Ich sehe die AfD nicht mehr als Alternative, zumindest nicht mit dieser Parteiführung. Die Bundesregierung, die EU liefern Steilvorlagen am laufenden Band, was macht die Parteiführung daraus? Erstmal Säuberungen in der Partei. Jeder hat ehmd so seine Prioritäten.

    • Manuela schreibt:

      Frei fressen und frei saufen wird von der bürgerlichen Beutegemeinschaft verteidigt. Die haben sich auf viel Kohle für wenig Arbeit eingestellt. Auch die Familie, Partner und Freunde müssen mit Anstellungen versorgt werden. Meuthen hat seiner Frau auch einen Job bei der EU vermittelt. In NRW ist Klüngel und Vetternwirtschaft Normalität. Roger Beckamp hatte seine Freundin angestellt, Fabian Jacobi hat seine Freundin auch in einen überbezahlten Job gebracht. Da hat ein Carlo Clemens (JA) aus Köln Familie in Arbeit gebracht. Nur Korruption bei den bürgerlichen aus NRW. Und sowas soll man wählen?

    • Klatte schreibt:

      Dann treten Sie aus. Das machen „die Rechten“ doch immer gerne und die Medien in der BRD berichten dann gerne über Austrittswelle, Spaltungen, Kämpfe usw. Über den „Autismus“

      Wenn die Altparteien die Probleme hätten, wären sie nicht so erfolgreich mit ihrer Politik.

  3. Mark schreibt:

    Das ist leider zu einem gewissen Grad richtig. Nachdem Teile der AfD ja geradezu wetteifern, die besten Leute zu entfernen und sich (auftragsgemäß?) systemkonform anbiedern, brauchen die eigentlich keine Feinde von außen mehr.

    Die „Unvereinbarkeit“ mit gewissen Sympathien nach „weiter rechts“ war nicht einmal eine taktisch kluge Erwägung – denn der politische Gegner macht ohnehin keinen Unterschied zwischen „Konservativ“ oder „Patriotisch“ oder „Rechtsextrem.“ Dafür hat man ja den Hysterie-Begriff des „Faschismus,“ den man irgendwie auf alles und jeden anwenden kann, wenn man will. Und genau diese Taktik wird weiterhin angewendet, egal wie sich Teile der AfD von „Rechts“ abgrenzen wollen oder nicht. Deswegen ist es absolut unverständlich, warum man darüber überhaupt seine Energien sinnlos vergeudet.

    Die Sache von den erhofften starken Verhandlungspartnern mit Rußland scheint sich da gerade in Luft aufzulösen. Das ist in der Tat bedauerlich, denn Rußland wäre ein guter Handelspartner gewesen. Das wäre bei weitem ehrlicher zugegangen als über die Bevormundung und Fuchtel durch z.B. die USA.

    • Eidgenosse schreibt:

      Dem stimme ich zu. Falls der Rauswurf von Kalbitz Bestand hat, dann wird der Rauswurf von Höcke folgen. Damit hätten die Systemlinge in der AfD gewonnen. Es wäre auch der Schachzug aufgegangen, zuerst die NPD auf null zu bringen und anschliessend die AfD auf „Mitte“ zu trimmen. Immerhin – der Vorstandsbeschluss steht auf wackligen Beinen und ich könnte mir vorstellen, dass Höcke/Kalbitz als Sieger hervorkommen. Von den beiden bzw. dem Flügel ist eine andere Russland-Politik zu erwarten.

  4. hans schreibt:

    na das war doch zu erwarten, sobald die AfD Herrschaften am Trog der Macht naschen durften, sind sie dem Geld verfallen.
    das war schon so bei den Grünen,
    später bei den tiefroten
    und nun halt die blaue AfD

    Lass sie ins Parlament und schon sind sie formbar wie Knete

    • Klatte schreibt:

      Sie Wissen das die AfD eine demokratisch Organisierte Partei ist. Die im Parlament sitzenden somit das sind, was sie sind aus dem Volk. Eine schlechtere Meinung kann man über „seine leute“ nicht haben, über Menschen wie Sie selbst.

      Wenn eine Mehrheit in der Partei für die Nato ist, dann ist das so. Man sollte Wissen welchem Bündnis man angehört. Ein Bündnis mit Russland das 1945 Verbrechen gegen deutsche Zivilisten verübt hat, und sich auch bis heute nicht entschuldigt hat, ist undenkbar.

  5. Bernd Sydow schreibt:

    Leider erläutert im Artikel kein AfD-Politiker die Haltung seiner Partei zu diesen ziemlich schweren Vorwürfen. Und deshalb muß man den Kommentar von RT erst mal so stehenlassen. Aber eines ist doch klar: Die AfD muß in Deutschland Wahlen gewinnen, nicht in Rußland. Und in wieweit eine klare Anti-NATO-Haltung ihr nützen würde, konnte sie noch nicht austesten. Denn sollte sie sich gegen die NATO positionieren, dann gibt es kein Zurück mehr.

    Soweit mir bekannt, hat sie sich aber klar und eindeutig gegen die EU-Sanktionen gegen die Russische Föderation ausgesprochen und kritisiert scharf die Warnung der USA im Falle von Nord Stream 2. Mehr kann die AfD nach meiner Meinung im Augenblick nicht tun. Im übrigen sollte berücksichtigt werden, daß Deutschland politisch wie kulturell quasi eine US-amerikanische Provinz ist.

    Über Rußland erfahren die Deutschen aus den hiesigen Medien so gut wie nichts (die Corona-Krise ist eine Ausnahme), zum Beispiel daß die russischen Durchschnittsbürger längst in der Moderne angekommen sind und ein quasi westliches Konsumverhalten entwickelt haben.

    • Manuela schreibt:

      Muss Wahlen gewinnen… und dann? Was ist dann? Was bitte bringt eine gewonnene Wahl wenn keine Substanz dahinter steht? Glaubt irgendjemand mit einem Minimum an Verstand das ein Meuthen, Gauland, Storch, Pazderski oder eine Weidel irgendetwas wirklich verändern wird oder gar wirklich grundlegend verändern will? Mach dich nicht lächerlich. Die AfD ist nur das kleinere Übel für Nicht-Linke, mehr nicht.

      • Heinz Hartig schreibt:

        Wie wahr, wie wahr!!!

      • Bernd Sydow schreibt:

        Verehrte Manuela,
        in einem anderen Kommentar hab‘ ich geschrieben, daß nur schlüssige Argumente mich überzeugen können. Also bitte, was wäre dein Alternativvorschlag zur Wahl der AfD?

        Und außerdem: Was konkret soll die AfD denn verändern (können) angesichts der unfairen, undemokratischen Behandlung seitens der Altparteien im Deutschen Bundestag?
        Gruß, Bernd Sydow

        • Manuela schreibt:

          Anfangs und noch bis 2018 dachte ich ernsthaft, das Experiment bürgerlich-konservativ-liberale Deutsche und die patriotische nationale Rechte unter eine Partei schlagkräftig vereint zu halten. Leider waren die Rechten zu naiv und zurückhaltend und die Bürgerlichen haben die meisten Posten und Mandate und Delegiertensitze erschlichen. Jetzt sitzt die bürgerliche Beutegemeinschaft an den Hebeln. Es war gruselig in den Jahren mit welchem geifernden Hass und Hetze und mit welcher intriganten Energie und Lügen die bürgerlichen Konservativen in diesen Jahren gegen das nationale Lager gekämpft haben. Es macht keinen Sinn mit diesen Menschen.

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