Noch mehr Vergangenheitsbewältigung: Berliner Olympiagelände soll entnazifiziert werden

14. Mai 2020
Noch mehr Vergangenheitsbewältigung: Berliner Olympiagelände soll entnazifiziert werden
Kultur & Gesellschaft
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Berlin. Das bauliche Erbe der NS-Zeit ist immer noch viel zu wenig „entnazifiziert“. Das findet der ehemalige Berliner SPD-Senator für Stadtentwicklung, Peter Strieder. Er machte sich jetzt für eine Entnazifizierung des 1936 errichteten Berliner Olympiageländes stark. „Die Skulpturen, Wandgemälde, Reliefs müssen weg“, fordert Strieder in einem Gastbeitrag für die „Zeit“ unumwunden. „Die gesamte Anlage, alle Bauten, alle Benennungen, alle Skulpturen entsprangen der Ideologie der Nazis. Und wir sollten begreifen, daß dies die ideologische Symbolik ist, auf die sich heutige Akteure wie Höcke, Gauland und Kalbitz berufen“, halluziniert der SPD-Politiker.

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Auf dem Olympiagelände werde mit der Begründung des Denkmalschutzes „die Propaganda der Nazis fortgesetzt“, und niemand tue etwas dagegen. Der rot-rot-grüne Senat müsse die Anlage umfassend neugestalten. „Das Maifeld samt Führertribüne sollte abgeräumt und nutzbar gemacht werden für neue Sportfelder, Trainingsplätze, Spielwiesen. Alle Namen der Gebäude und Straßen und Trainingsplätze aus der Zeit der Nazis gehören revidiert, künftig sollten sie beispielsweise nach Opfern der jüngsten rechtsterroristischen Gewalttaten benannt werden“, schlug Strieder vor. Für den derzeitigen Zustand gebe es keine gesellschaftliche Rechtfertigung.

Er selbst habe beim Umbau des Olympiastadions für die Fußballweltmeisterschaft 2006 als Senator nicht berücksichtigt, „daß mit dem Olympiagelände auch das faschistische Erbe unter Denkmalschutz gestellt wurde“. Man habe damals nicht genau genug hingeschaut. „So habe ich übersehen, daß nicht einmal Umbenennungen stattgefunden haben, weder von Gebäuden noch von Straßen.“ Die damals erfolgte Anbringung von Erklärtafeln empfinde er jetzt als unzureichend. „Im Umfeld eines Stadions, in das die Fans in freudiger Erwartung eines Fußballspiels strömen, bleiben sie unbeachtet und stellen allenfalls ein halbherziges Alibi dar.“

Im übrigen habe man womöglich fälschlicherweise angenommen, daß „der Schoß doch nicht mehr fruchtbar“ sei und Europa für immer frei sein werde. Aber: „Der Geist des Rechtsextremismus“ sei doch noch fruchtbar, mahnte Strieder. (se)

Bildquelle: Wikimedia/Thomas Wolf, www.foto-tw.de/CC BY-SA 3.0 de [Bildformat geändert]

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7 Comments

  1. Lackab schreibt:

    Wie entnazifiziert man ein Stadion? Indem man die vielen Bücher (Mein Krampf), die überall im Stadion versteckt sind, sucht und konfisziert.
    Eine ehrenvolle Aufgabe für die Antifa. Da lassen sie andere in Ruhe!

  2. Bernd Sydow schreibt:

    Als Fördermitglied der Deutschen Stiftung Denkmalschutz muß ich sagen, es ist ein Segen für die deutsche Hauptstadt, daß Strieder nicht mehr das Amt des Senators für Stadtentwicklung innehat. Diese private Stiftung setzt sich ein für den Erhalt aller Arten von bedrohten Bauwerken von (kultur)historischem Belang hierzulande (Betonung liegt auf „aller“).

    Seit mehr als acht Jahrzehnten dient das Olympiastadion (Baujahr 1936) mit den angrenzenden Einrichtungen als Austragungsort für Sport- und Kulturveranstaltungen. Niemand hat sich bislang an den Wandgemälden und sonstigen Darstellungen aus der NS-Zeit gestört – außer vielleicht eine Handvoll von neurotischen Kulturlinken -, und für jene, die dazu Genaueres wissen wollen, gibt es die Text-Tafeln.

    Nun kommt der Strieder aus der Versenkung und fordert mit Nachdruck die Beseitigung all dessen, was an die NS-Zeit erinnert. Wieso jetzt und wieso überhaupt? (Die Hakenkreuze wurden schon unmittelbar nach Kriegsende entfernt). Es geht – wen wundert’s – mal wieder um die AfD, respektive um Höcke, Gauland und Kalbitz, die sich angeblich auf diese ideologische Symbolik berufen.

    Führende Virologen sind der Ansicht, daß Coronaviren nicht nur die Lunge befallen, sondern das auch mit dem Gehirn tun können. Vielleicht ist Strieder ein lebender Beweis dafür!

    • Buchholz schreibt:

      „Nun kommt der Strieder aus der Versenkung und fordert mit Nachdruck die Beseitigung all dessen, was an die NS-Zeit erinnert.“
      Dann soll er doch gleich mal mit den schwarzen Betonklötzen nahe des Reichstags anfangen.

    • Eidgenosse schreibt:

      Genau- ein Irrer, mehr muss man dazu gar nicht sagen. Links und irre – passt!

  3. Pingback: Patriotische Umschau – Mai 2020 – Deutsches Herz

  4. Schmiege schreibt:

    Schließe mich dem Herrn Sydow an,Denkmalschutz umfasst alle Zeitperioden und nicht nur ausgewählte! Der aHerr Strieder ist nicht besser wie die Taliban,die auch wertvolle Denkmäler gesprengt hatten,weil sie Ihrer Ideologie widersprachen!

  5. Mike Hunter schreibt:

    So sind sie die SPD’ler. Nix auf der Backe außer Zahnbelag und alle paar Jubeljahre eine Forderung, zu Lasten der Allgemeinheit. Soll er doch fordern, dass die unsäglichen Gesetzesänderungen der selbstherrlichen Schröder/Fischer Regierung rückgängig genacht werden um die Schmach der vergewaltigten und getötete Mädchen/Frauen und Männern von unserem Land zu nehmen, die diese gebracht haben. Aber eine Volkspartei, die extremes Unrecht duldet, ist keine Partei mehr, sondern eine Ansammlung kleiner Kims!

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