Corona-Schäden immer größer: EU-Wirtschaft könnte um zehn Prozent einbrechen

9. April 2020
Corona-Schäden immer größer: EU-Wirtschaft könnte um zehn Prozent einbrechen
Wirtschaft
5

Brüssel. Je länger die von den Behörden verhängten Corona-Maßnahmen in Kraft sind, umso größer die volkswirtschaftlichen Schäden. Jetzt ist auch die EU-Kommission mit einer Zahl an die Öffentlichkeit getreten. Sie hat laut Insidern die EU-Finanzminister gewarnt, daß die Wirtschaft in der Eurozone dieses Jahr um bis zu zehn Prozent einbrechen könnte. Die Europäische Zentralbank habe erläutert, wegen der Coronavirus-Epidemie seien womöglich Hilfen im Volumen von 1,5 Billionen Euro nötig.

Die Verhandlungen über das Rettungspaket sind unterdessen unterbrochen worden, weil keine Einigung erzielt werden konnte. Ziel bleibe ein starkes Sicherheitsnetz im Kampf gegen die Folgen der Pandemie, betonte Eurogruppen-Chef Centeno.

Allerdings lehnt gerade die Bundesregierung die Übernahme weiterer Verpflichtungen für andere EU-Länder bislang ab. Die schwierigste Hürde ist nach Angaben von Teilnehmern der Streit über die gemeinsame Schuldenaufnahme. Frankreich, Italien, Spanien und andere beharren darauf, solche gemeinsamen europäischen Schuldtitel für Wiederaufbauprogramme nach der Pandemie ins Auge zu fassen. Deutschland, die Niederlande und andere lehnen dies bislang ab. (mü)

Wer für die Krise gewappnet sein will, findet hier Informations- und Ausrüstungsmaterial:

https://netzladen.lesenundschenken.de/krisenbereit/

 131 Leser gesamt

Jetzt teilen:

5 Comments

  1. Wolfgang Schlichting schreibt:

    Der offizielle Wechselkurs des Ariary (Währung Madagaskar) beträgt 4.110 zu 1, der tatsächliche Kurs dürfte unter Einbezug sämtlicher expliziten und impliziten EU Staatsschulden und Zahlungsverpflichtungen für Politiker- und Beamtenpensionen, EZB. etc. inzwischen bei 1 zu 1 stehen.

  2. naja schreibt:

    Frankreich,Spanien und Italien sind die Länder,die in den letzten 10 Jahren schön weitergewirtschaftet haben und nicht aus ihren Schulden heraus- gekommen sind.Und jetzt nichts wie weiter so und neue Schulden aufnehmen. Gerade Frankreich hat Milliarden Defzit in der Rentenkasse, hat immer noch 42 ! verschiedene Rentenkassen(eine für jeden Beruf?)Gehen mit 60-62 Jahre in Rente.das WäreBei den staatlichen Transportbetrieben und Bahn beträgt das Rentenalter 55-60 Jahre und bei vollen Beitragsjahren gibt es 2000.- bis 3000.-€ Rente. Länder, wie Holland, Finnland, Deutschland und Österreich, die seit Jahren etwas für ihre Haushaltskonsolidierung getan haben, sollen jetzt Bürgschaften mit Eurobons übernehmen ? Heller Wahnsinn!

    • Franz Schubert schreibt:

      Ich weiß nicht, woher Sie ihre Informationen haben. Ich kann mich hier dezidiert nur für Frankreich äußern.
      Die Darstellung, daß der Franzose mit 60-62 Jahren in Rente geht ist schlichtweg falsch. Das reguläre Renteneintrittsalter liegt momentan bei 62. Das ist jedoch ein Theoriewert.
      Nach der Rentenreform, die wegen der Coronakrise ausgesetzt worden ist sollte das Renteneintrittsalter auf 64 Jahre angehoben werden. Das gilt aber nur, wenn Sie augenblicklich auch 41,5 Jahre Beitragszahlung geleistet haben. Sonst müssen Sie bis zum Erreichen dieser Grenze weiter arbeiten gehen. Ansonsten gehen Sie mit Abschlägen in Rente, so wie in Deutschland auch.
      Was nun die Sonderstatuten einiger Berufsgruppen anbelangt, so trifft dies auf einige Minderheiten zu. Beispielsweise Einsenbahner und Lehrer. Die Eisenbahnerrenten stammen noch aus der Zeit der Dampflokomotiven, wo die Heizer mit 50 total verbraucht waren. Und die Lehrer in Frankreich wurden schon immer schlecht bezahlt. Vom Einkommen eines deutschen Lehrers kann sein französischer Kollege nur träumen. Da jedoch Erziehung im Interesse der Nation steht, wurden Sonderstatuten für die Rente vereinbart. Bei Reformen müßten dann zunächst die Gehälter angehoben werden, um anschließend die Renten abzusenken.
      Die Durchschnittsrente des Franzosen liegt bei Brutto 1430.- Euro. Davon müssen jedoch Steuern abgeführt werden, es gibt keine Freibeträge wie in Deutschland,und zusätzlich ein Sonderzuschlag,CES genannt. Ich denke, da liegen die französischen Renten nicht höher als in Deutschland.
      Abgesehen davon zahlen auch Beamte in die Rentenkasse ein, wogegen sich der deutsche Beamte immer noch erfolgreich zur Wehr setzt. Vielleicht wäre das auch eine Idee im eigenen Land, bevor sie andere Länder als reformunwillig bezeichnen.
      Die Renten von 2000.- bis 3000.- Euro bekommen nur Berufsgruppen in Betrieben wie SNCF, EDF etc. Das sollte mit der Reform gekippt werden.
      Aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben.
      Es ist aber richtig, die Niederlande, Deutschland, Österreich und Finnland haben Reformen angestoßen. In Deutschland haben sie dazu geführt, daß das Rentenniveau normaler Arbeitnehmer auf 48,5% gesunken ist. Und die privaten Altersvorsorgen stehen auf tönernen Füßen. Alle Riestersparer wurden bereits um Rentenanteile betrogen. Und kapitalgestützte Produkte werden in der Coronakrise in den Keller rauschen. Kein Grund also auf unsere Reformen stolz zu sein. Das würde sich ein Franzose nie gefallen lassen. Die Rente sollte immer eine Lebensleistung abbilden können. In Deutschland werden die Renten nach Kassenlage finanziert, sprich gekürzt.
      In dieser Zeit haben sich Staatsbedienstete die Taschen vollgemacht.
      Ohne eigene Altersbeiträge steigende Altersvorsorgeansprüche. Toll!

  3. Armin schreibt:

    Wenn in diesen Ländern die Menschen deutlich eher in Rente gehen dürfen und mehr Rente bekommen als in Deutschland, dann gönne ich denen das – da haben die Arbeitnehmer halt die besseren Vertreter!
    Aber ich bin dagegen, dass die Deutschen solche Länder weiterhin finanzieren.
    Die deutschen Politiker, die die EU und den Euro zu verantworten haben, sollten endlich vor Gericht gestellt werden.
    Jeder Politiker sollte für seine Entscheidungen mit seinem persönlichen Vermögen haften – ich glaube, dann wäre es ganz schnell vorbei mit der humanitären Verantwortung zu Deutschlands Lasten.

  4. Eidgenosse schreibt:

    Wir reden nicht von 10%, sondern temporär von 40-50% Rückgang des GDP. Sofern das eintritt lässt sich das nicht so schnell wieder anfahren. Die Depression von 1929-1932 ist vielleicht ein mögliches Szenario. Nur wird man am Ende lieber die (Hyper-) Inflation wählen – fast ebenso fatal.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.