Schluß mit Globalisierung: China braucht Rohstoffe künftig selbst

7. April 2020
Schluß mit Globalisierung: China braucht Rohstoffe künftig selbst
Wirtschaft
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Peking/Brüssel. Am Beispiel Chinas zeigt sich jetzt, wie die Corona-Krise auf die weltweiten Handelsverbindungen in der globalisierten Wirtschaft durchschlägt. China will nämlich seine Exporte herunterschrauben – und viele Abnehmer rund um den Globus kommen dadurch in Schwierigkeiten. China ist der bedeutendste Produzent von 17 der 27 laut EU „kritischen“ Rohstoffe. Als Lehre aus der Krise will Peking der chinesischen Volkswirtschaft jetzt eine strategische Wende verordnen – künftig sollen vermehrt hochwertige Produkte produziert werden. Experten befürchten deshalb Engpässe bei der Versorgung in Europa.

Betroffen von der Verknappung dürften insbesondere Materialien sein, die von großer wirtschaftlicher Bedeutung sind, die jedoch auf dem Weltmarkt umkämpft sind und bei denen die EU-Länder nicht auf Rohstoffquellen innerhalb Europas zurückgreifen können.

Die neue Strategie birgt nach Einschätzung von Experten das Risiko, daß China kritische Grundstoffe verstärkt für die eigene industrielle Fertigung einsetzt, um höherwertige Produkte herstellen zu können. Die chinesische Führung hat offenbar eine veränderte Rohstoffpolitik im Blick. Bei mineralischen Ressourcen wie Seltenen Erden, Magnesium oder Wolfram wächst der Eigenbedarf. Die Versorgung mit Rohstoffen, von denen das Land selbst viel importieren muß, soll zudem durch weitere Auslandsinvestitionen abgesichert werden. China ist vor allem in Afrika aktiv und konkurriert dort mit anderen Staaten.

Angesichts des sich insgesamt abkühlenden Wachstums im Land kommt aber noch ein weiterer Faktor hinzu: die stärkere Orientierung an höheren Umweltstandards und weniger klimaschädlichem Bergbau könnte neue Exportmöglichkeiten eröffnen. So erkennen chinesische Unternehmen zunehmend, daß die nachhaltige Beschaffung von Rohstoffen eine wichtige Voraussetzung für gute Geschäftsbeziehungen darstellt.

So dürfte Chinas eigene Nachfrage nach Hightech-Metallen wie Kobalt oder Lithium um mehr als zehn Prozent zulegen. Andererseits müssen viele Länder weiterhin chinesische Rohstoffe beziehen. Bei Magnesium, das etwa im Leichtbau der Auto- oder Computerindustrie eingesetzt wird, hat China einen Produktionsanteil von mehr als 80 Prozent. In der Vergangenheit hatte Peking bei einigen Metallen seine Ausfuhren bereits verschiedentlich künstlich verknappt. (mü)

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2 Comments

  1. Eidgenosse schreibt:

    Nun ging der Technologie-Transfer von West nach Ost – vor allem nach China. Die Chinesen nicht dumm holten spektalulär auf und sind jetzt in vielen Bereichen Weltmarktführer – Technologie, Stahl, Gold, Solar etc. Der „Westen“, saudumm oder korrupt oder beides hat nun nichts mehr zu bieten und muss sich dem Diktat Chinas unterwerfen. Die Politiker, die für diesen Globalismus-Unsinn verantwortlich sind, gehören lebenslang weggesperrt.

    • Holger schreibt:

      Die Chinesen betreiben auch verdeckten Protektionismus durch Währungsdumping und bürokratische Hürden für ausländische Mitbewerber und Begünstigung der eigenen Unternehmen und Patent-Diebstahl. Ebenso übrigens auch die Japaner in Asien.

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