Rußland und der Kampf gegen Corona: „Können vom Westen nichts lernen“

30. März 2020
Rußland und der Kampf gegen Corona: „Können vom Westen nichts lernen“
International
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Moskau. Angesichts steigender Corona-Infektionszahlen in Rußland warnen regierungsnahe Moskauer Stimmen demonstrativ vor einem Szenario wie im Westen. Zwar enthielt sich Kremlchef Putin in einer außerordentlichen Fernsehansprache an die Nation, in der er unter anderem eine landesweite Arbeitsniederlegung in der kommenden Woche verkündete, jeder expliziten Kritik am Westen.

Kremlnahe Stimmen sind jedoch deutlicher. Allen voran Margarita Simonjan und Dmitri Kisseljow – erstere ist Chefredakteurin des regierungsnahen Informationskanals RT, Kisseljow ist RT-Generaldirektor und zugleich Vizedirektor der staatlichen Medienholding WGTRK. Für beide steht fest: der westliche Liberalismus hat mit der Corona-Krise ausgedient.

Simonjan etwa twitterte: „Schaut auf das auf seinen romantischen Balkons eingesperrte Italien und Spanien, und kapiert endlich, daß wir von diesem Modell nichts, aber auch gar nichts lernen können.“

Und Kisseljow interpretierte die jüngsten Grenzschließungen in Westeuropa als „Pleite der europäischen Idee“. „Der ganze Firlefanz von Solidarität, gegenseitigem Beistand, gemeinsamen Werten, Menschenrechten und Humanität war wie vom Winde verweht, als Italien – wo es mehr Tote als in China gibt – um Hilfe bat, die ihm von der EU verwehrt wurde“, argumentierte der 65jährige Medien-Routinier in einer Nachrichtensendung. ^

Auch für den im Westen verbreiteten Kult um Homosexuelle hatte Kisseljow in diesem Zusammenhang wenig Verständnis: diese sollten während der Krise auf Sex verzichten – schließlich sei es „allgemein bekannt“, daß sie öfter ihre Sexualpartner wechselten als andere und daher zur Verbreitung des Virus stärker beitrügen, sagte er.

Die These vom Versagen Europas (und von der Effizienz Chinas bei der Corona-Bekämpfung) wird in diesen Tagen auch von führenden russischen Außenpolitikern wie Konstantin Kossatschow und Alexej Puschkow vertreten. Die Corona-Krise sei für das russische System „ein Moment der Wahrheit“, erläutert der in den USA lehrende Carnegie-Soziologe Andrej Kolesnikow. Solange Moskau demonstriere, daß es effizient die Ausbreitung der Krankheit eindämmen könne, so lange könne es den eigenen Regierungsstil als den westlichen Demokratien überlegen präsentieren. (mü)

Wer für die Krise gewappnet sein will, findet hier Informations- und Ausrüstungmaterial:

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Ein Kommentar

  1. Olsen schreibt:

    Vom Westen kann man nichts lernen, außer: wie vernichte ich mich selbst?
    Ob Russland mir Asyl gewährt? Ich bitte darum.

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