Der Staat zeigt Zähne: Trump befiehlt General Motors die Herstellung von Beatmungsgeräten

30. März 2020
Der Staat zeigt Zähne: Trump befiehlt General Motors die Herstellung von Beatmungsgeräten
Wirtschaft
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Washington. Auch in den USA zeigt sich in Zeiten der Krise, daß der Staat noch am längeren Hebel sitzt. US-Präsident Trump hat jetzt unter Nutzung eines ursprünglich für Kriegszeiten entwickelten Gesetzes dem Autobauer General Motors (GM) die Produktion von Beatmungsgeräten befohlen. Das Unternehmen müsse Verträge zur Produktion von Beatmungsgeräten „akzeptieren, durchführen und priorisieren“, erklärte das Weiße Haus bündig.

Das zuständige Ministerium werde angesichts der Corona-Epidemie die Zahl der zu produzierenden Apparate festlegen. Beatmungsgeräte werden in Krankenhäusern in großer Zahl gebraucht, um an Corona erkrankte Patienten zu versorgen.

General Motors (GM) habe „Zeit verschwendet“, erklärte Trump. Er setze deswegen den sogenannten „Defence Production Act“ ein. Das Gesundheitsministerium könne damit von General Motors verlangen, Regierungsaufträge für Beatmungsgeräte „anzunehmen, auszuführen und ihnen Vorrang einzuräumen“.

Nur wenige Stunden zuvor hatte Trump GM bereits auf Twitter angegriffen. Der Konzern halte sein Versprechen nicht ein, „sehr schnell“ 40.000 Beatmungsgeräte zu liefern, behauptete er. Trump drohte GM damit, das für Kriegszeiten vorgesehene Gesetz einzusetzen, mit dem er stärker in die Privatwirtschaft eingreifen kann. Trump hatte das Gesetz Mitte des Monats unterschrieben, bisher aber nicht angewendet. (mü)

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Ein Kommentar

  1. Bernd Sydow schreibt:

    Ohne Beatmungsgerät hat ein ernsthaft an Covid 19 (Corona) erkrankter Mensch keine Chance zu überleben. Der Corona-Virus ist bekanntlich ein aggressiver Virus, der die Lunge angreift und so ihre Funktion beeinträchtigt (mit allen negativen Begleiterscheinungen).

    Ob die (nicht nur) US-amerikanischen Krankenhäuser über genügend Beatmungsgeräte verfügen, ist also eine Frage von Leben und Tod. Daß Trump dem in Frage kommenden Hersteller von Beatmungsgeräten (GM)erst mit einem existierenden Gesetz für den Kriegsfall drohen muß, damit er seiner Pflicht nachkommt, ist für mich „typisch amerikanisch“.

    Bei uns in Deutschland würde ein entsprechendes Unternehmen die benötigten Beatmungsgeräte „von sich aus“ in genügender Zahl herstellen. Auch hier zeigt sich ein wesentlicher Unterschied zwischen Deutschland und den USA: Die deutschen Unternehmen handeln vernunftgemäß, die US-amerikanischen tun es nicht!

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