Big Brother rüstet auf: Corona-Sünder sollen per Tracking-App aufgespürt werden

30. März 2020
Big Brother rüstet auf: Corona-Sünder sollen per Tracking-App aufgespürt werden
Kultur & Gesellschaft
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Berlin. Die Datenschützer sind nicht sonderlich erbaut: um „Corona-Sünder“ aufzuspüren – also Bürger, die sich nicht an die derzeit geltenden Ausgangssperren und Abstandsregeln halten –, sprechen sich immer mehr Politiker für sogenannte Tracking-Apps aus. Damit sollen die Bewegungsprofile von Handys (und damit ihren Besitzern) aufgezeichnet werden können. Digitalministerin Bär (CSU) argumentierte jetzt, eine solche Software auf Mobiltelefonen sei „sinnvoll, um das Virus zielgerichtet einzudämmen“. Bei der Bundesregierung gebe es bereits entsprechende Überlegungen.

Mit Hilfe des Programms könnten die Kontaktpersonen eines Infizierten ermittelt werden, sagte die Ministerin – und wies datenschutzrechtliche Bedenken zurück, da der Nutzer mit dem Herunterladen der App der Datennutzung zustimme. Noch vor kurzem hatte Bundesgesundheitsminister Spahn (CDU) es abgelehnt, personenbezogenes Nachverfolgen über Handydaten zu nutzen.

Wie die Nachrichtenagentur Reuters meldete, sagten mehrere europäische Telekomunternehmen der EU-Kommission zu, Lokalisierungsdaten von Smartphones nutzen zu dürfen. Unter den Netzbetreibern befindet sich neben der A1 Telekom Austria und der Telecom Italia auch die Deutsche Telekom.

In Südkorea, China, Singapur, Taiwan und Israel werden bereits Ortungsdaten von Handys auf verschiedene Weise verwendet, um den Bewegungen von Corona-Erkrankten zu folgen. In Südkorea etwa erlaubt es das dortige Infektionsschutzgesetz dem Gesundheitsministerium, private Daten von nachweislich und möglicherweise Erkrankten zu sammeln. Mit den Bewegungsprofilen sollen Infektionsketten rekonstruiert werden.

In Deutschland arbeitet unter anderem das Robert-Koch-Institut (RKI) zusammen mit dem Fraunhofer-Institut an einer App, mit der Smartphone-Nutzer herausfinden sollen, ob sie Kontakt mit Infizierten hatten. (se)

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Ein Kommentar

  1. Eidgenosse schreibt:

    Da gibts eine einfache Methode dagegen: Handy zuhause lassen.

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