Das Ende der großen Reisefreiheit: 200.000 Europäer haben Probleme mit der Rückkehr

25. März 2020
Das Ende der großen Reisefreiheit: 200.000 Europäer haben Probleme mit der Rückkehr
International
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Brüssel. Angesichts der Corona-Ausbreitung haben die EU-Außenminister in einer Videokonferenz über die Rückholung von Europäern aus Drittländern beraten. Der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell erklärte dazu, der Flugverkehr befinde sich an zwanzig Knoten auf der ganzen Welt in Schwierigkeiten. Mehr als 200.000 EU-Bürger hätten bisher um ihre Rückholung gebeten.

Borrell wies ausdrücklich darauf hin, daß nur Menschen zurückkehren müßten, die nicht dauerhaft im Ausland lebten. In Deutschland ist die Gesamtzahl der Bürger, die an der Rückholaktion der Regierung teilnehmen wollen, nach Schätzungen des Auswärtigen Amtes auf mehr als 200.000 gestiegen. Zehntausende kamen in den letzten Wochen allein aus den Feriengebieten der afrikanischen Mittelmeerküste, etwa aus Ägypten, Tunesien und Marokko.

Der EU-Außenbeauftragte äußerte sich bei dieser Gelegenheit verärgert darüber daß „EU-Bürger im Ausland stigmatisiert werden“, weil das Coronavirus dort als „Seuche unter Weißen“ dargestellt werde. Einigen Flugzeugen, die Bürger zurückholen sollten, sei deshalb sogar die Landung verweigert worden. Konkret nannte er die Stadt Guayakil in Ecuador. „Die weite Verbreitung von Fake News erzeugt soziale Reaktionen und Ansichten, die sehr gefährlich sind“, sagte Borrell.

Bundesaußenminister Maas teilte unterdessen mit, rund 120.000 deutsche Touristen seien in den vergangenen Tagen schon aus ihren Urlaubsgebieten abgeholt worden. Er räumte ein, es gebe in vielen Ländern eine komplizierte Lage, weil die Rückkehrwilligen häufig Schwierigkeiten hätten, in ihren Reiseländern überhaupt Flughäfen zu erreichen, von denen aus die Rücktransporte stattfinden könnten. (mü)

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Bildquelle: Wikimedia/Fedor Leukhin (CC BY-SA 2.0)

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3 Comments

  1. Mark schreibt:

    In der Haut dieser Touristen würde ich auch nicht stecken wollen. Mit einer Situation wie jetzt gerade hat auch niemand gerechnet, schon gar nicht, daß das jeweilige Urlauberparadies zum einsamen Niemandsland werden könnte, in dem man plötzlich so gut wie vom Rest der Welt abgeschnitten ist.
    Aber vielleicht hat es in naher Zukunft auch etwas Positives: Gut möglich, daß so mancher wieder die Ferien in der Heimat schätzen lernt. Wir haben die schönsten Städte, wir haben die herrlichsten Gegenden, die faszinierendsten Denkmäler. Reisen innerhalb des Vaterlandes haben sehr wohl etwas für sich, zwischen Alpen und Wasserkante…

  2. Mike Hunter schreibt:

    Ja ja, die Touris. Corona hat Ende Januar, Anfang Februar begonnen. Seit Anfang März ist es amtlich, dass man nicht mehr ins Ausland reisen sollte. Und was haben unsere ignoranten Mitbürger gemacht: Genau das, ins Ausland reisen. Ich erinnere mich in der deutschen Presse noch großkotzige Lesermeinungen gelesen zu haben, wo man „och nicht den Urlaub aufgeben würde, nur wengen dem bisschen Schnupfen“! Und jetzt, stecken sich dafür hunderte Leute gegenseitig an, weil sie gezwungen sind diese Ignoranten aus dem Ausland zurück zu holen, die sich noch ein paar mehr schöne Tage machen wollten. Das ist pure Dummheit und Nachtwächterstaatmentalität.

  3. naja schreibt:

    Wer ab dem 1.3.20 noch geflogen ist , würde ich kostenlos nicht zurückfliegen. Für die erste Märzwoche 75% der Rückflugkosten und wer ab dem 7.3 noch losgeflogen ist, zahlt die vollen derzeitigen Rüchflugkosten. Diese Flugreiesen im März sollten denen Jahre in Erinnerung bleiben und diese Kosten können alle noch in Rechnung gestellt werden, Die Adressen sind alle da.

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