Relikt aus dem Kalten Krieg: Russischer Außenminister Lawrow hält G7-Format für überholt

18. Januar 2020
Relikt aus dem Kalten Krieg: Russischer Außenminister Lawrow hält G7-Format für überholt
International
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Neu-Delhi. Der russische Außenminister Lawrow hat bei einer Pressekonferenz in Neu-Delhi die weltpolitische Rolle der G7-Gruppe deutlich relativiert. Vielmehr habe die Schaffung der G20-Gruppe signalisiert, daß die G7 „keine Entscheidungen mehr zu bedeutsamen Problemen treffen“ könne, sagte Lawrow.

Wörtlich erklärte der russische Chefdiplomat: „Zu der G20 gehören sowohl die G7 als auch die BRICS-Länder sowie andere Länder, die BRICS in vielen Fragen unterstützen. Das ist eine arbeitsfähige Organisation, vor allem in einer Situation, in der die Entwicklungsländer mit dem fehlenden Fortschritt bei den Reformen des UN-Sicherheitsrates unzufrieden sind.“

Rußland war 2014 nach dem erfolgreichen Krim-Anschluß aus der G8-Gruppe ausgeschlossen worden. Die anderen Mitgliedstaaten betrachteten den Anschluß als illegal und lehnten die Einladung des russischen Präsidenten Wladimir Putin zum G8-Gipfel nach Sotschi ab. Entstanden war das G8-Format 1998.

Ende Dezember 2019 hatte Lawrow geäußert, Moskau habe weder Anreize noch den Wunsch, dieses Format wiederherzustellen. Die noch in der Ära des Kalten Krieges gebildete G7 entspreche nicht mehr der aktuellen Realität: neue globale Zentren beteiligten sich nicht an ihrer Arbeit, sagte er. (mü)

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