US-Abzugspläne für Afghanistan werden konkreter: Kommt es 2020 zu einem Abkommen mit den Taliban?

17. Januar 2020
US-Abzugspläne für Afghanistan werden konkreter: Kommt es 2020 zu einem Abkommen mit den Taliban?
International
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Kabul/Washington. Die US-Regierung unter Präsident Trump verfolgt trotz einer regional immer wieder undurchschaubaren Strategie offenbar eine größere Abzugs-Agenda. Nach dem teilweisen Rückzug aus Syrien und jüngsten Spekulationen über einen US-Abzug aus dem Irak machen jetzt auch Berichte über einen amerikanischen Teilrückzug aus Afghanistan die Runde. Präsident Trump wird laut dem Nationalen Sicherheitsberater Robert O‘Brien möglicherweise 2020 ein Abkommen mit den radikal-islamischen Taliban besiegeln.

O’Brien hob in einem Interview mit dem US-Nachrichtenportal „Axios“ hervor, daß an einem Abkommen mit den Taliban gearbeitet werde. Es solle jedoch eine „gute Vereinbarung“ werden.

Beide Seiten seien bereits im vergangenen Jahr„sehr nah“ an einem Vertrag gewesen. Vor den entscheidenden Verhandlungen hätten sich die Taliban aber entschieden, „eine Menge Leute – darunter auch einen Amerikaner – in die Luft zu sprengen“ und dadurch den „Druck auf die Vereinigten Staaten zu erhöhen“. Die Gespräche wurden daraufhin ausgesetzt.

Dessenungeachtet sei Washington entschlossen, Soldaten aus Afghanistan abziehen. Die Afghanen würden sich selbst mit der Friedensstiftung in Afghanistan befassen müssen. „Die afghanischen Kräfte sind besser geworden, und ich denke, wir werden schon bald in der Lage sein, unsere Militärpräsenz in Afghanistan zu reduzieren – ob mit oder ohne Deal“, sagte O´Brien.

Bei seinem Besuch in Afghanistan Ende November hatte auch US-Präsident Trump erklärt, Washington wolle die Stärke seines Afghanistan-Kontingents auf 8600 Soldaten reduzieren. Nach Selbstmordangriffen auf US-Stützpunkte setzten die USA im Dezember 2019 jedoch die Friedensverhandlungen aus. (mü)

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