Auch Wiens neue Regierung lehnt US-Sanktionen gegen Nord Stream 2 ab: „Das ist inakzeptabel“

17. Januar 2020
Auch Wiens neue Regierung lehnt US-Sanktionen gegen Nord Stream 2 ab: „Das ist inakzeptabel“
Wirtschaft
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Wien. Auch die neue österreichische Regierung verwahrt sich gegen die US-amerikanischen Sanktionen gegen die russisch-deutsche Gaspipeline Nord Stream 2. Der neue Wiener Außenminister Alexander Schallenberg hat die Sanktionen als „inakzeptabel“ bezeichnet. „Wir lehnen die extraterritoriale Wirkung von Sanktionen ab“, sagte er der „Presse“.

Nord Stream 2 trage vielmehr zur Diversifizierung der Energieversorgung bei und beeinträchtige auch nicht die Interessen der Ukraine. Schallenberg erinnerte außerdem daran, daß die Amerikaner aus eigenen wirtschaftspolitischen Gründen aus der Ablehnung von Nord Stream 2 kein Geheimnis gemacht hätten: „Die USA wollen ihr Flüssiggas verscherbeln. Europa hat andere Interessen.“

Dabei betonte der Chefdiplomat, daß die USA und Europa zur selben Wertefamilie gehörten. „Aber wir können nicht mit Methoden wie vor 30 Jahren weitermachen. Die Welt ist multipolarer geworden“, sagte Scharfenberg.

Nord Stream 2 wird aktiv von Deutschland, Österreich und Norwegen unterstützt. Das Pipelineprojekt, gegen das die US-Regierung seit langem auf allen Ebenen Störfeuer schießt, wird je zur Hälfte vom russischen Energieriesen Gazprom und den fünf europäischen Unternehmen OMV, Wintershall Dea, Engie, Uniper und Shell finanziert. (mü)

Bildquelle: Wikimedia/Bair175/CC BY-SA 3.0 (Bildformat bearb.)

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