Spahn will mehr Organ-Lieferanten: Ein Werbebrief für die „Widerspruchslösung“

13. Januar 2020
Spahn will mehr Organ-Lieferanten: Ein Werbebrief für die „Widerspruchslösung“
Kultur & Gesellschaft
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Berlin. Ein unguter Vorstoß: Bundesgesundheitsminister Spahn (CDU) macht sich für die sogenannte „Widerspruchslösung“ stark, die es erlauben würde, jedem „Hirntoten“, der nicht ausdrücklich widersprochen hat, Organe zu entnehmen. Der Begriff des Hirntods ist extrem umstritten.

Kurz vor der Abstimmung des Bundestags über eine Reform der Organspende hat Spahn (CDU) rund 200 noch unentschlossenen Abgeordneten einen entsprechenden Brief geschrieben. Er argumentiert darin, die allermeisten „europäischen Freunde“, allen voran Spanien und Kroatien, hätten mit der Widerspruchslösung bereits „sehr gute Erfahrungen“ gemacht.

Dann bemüht er die Moralkeule: „Die Bereitschaft zu geben ist dort die Regel, nicht wie bei uns in Deutschland die rühmliche Ausnahme“, schreibt der Minister. Er wünsche sich, „daß wir dabei den Mut finden, den großen Schritt zu wagen“.

Die sogenannte doppelte Widerspruchslösung, die Spahn als CDU-Abgeordneter gemeinsam mit dem SPD-Gesundheitsexperten Karl Lauterbach und anderen vorgelegt hat, sieht vor, daß jeder, der zu Lebzeiten nicht ausdrücklich widersprochen hat, grundsätzlich bei einem Hirntod automatisch potentieller Organspender sein soll – es sei denn, die Hinterbliebenen widersprechen. (se)

Bildquelle: Pixabay

5 Comments

  1. Rack schreibt:

    Wie vertrauenswürdig sind die Akteure ?

  2. Klaus Kurth schreibt:

    Organspende? Ich bin NICHT da zu bereit irgend ein Organ zu spenden.Hirntot bedeutet nicht, dass der Körper tot ist, der Körper lebt! Organe aus einem toten Körper sind nutzlos, das sollte jedem klar sein. Außerdem ist die Organspende ein super Geschäft, das Milliarden einbringt! ORGANSPENDE? NEIN DANKE!

  3. Bernd Sydow schreibt:

    Betrachtet man die Asyl- und Zuwanderungspolitik der letzten Jahre respektive ihre schlimmen Folgen für die innere Sicherheit hierzulande, so kommt man unweigerlich zu dem Schluß, daß es in den Reihen der Altparteien eine riesige Zahl von „Hirntoten“ geben muß.

    Zwar können diese „Hirntoten“ den Schlamassel, den sie mit ihrer unverantwortlichen Politik angerichtet haben, nicht mehr rückgängig machen, aber könnten zumindest mit Spenderorganen schwerkranken Deutschen helfen, wieder ein einigermaßen normales Leben zu führen.

  4. Rof Neumann schreibt:

    Es wäre gut, darauf hinzuweisen, WIE, in Welcher Form muß der Widerspruch formuliert sein? Muß er irgendwo hinterlegt werden? Reicht es, ihn bei sich zu tragen?

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