Dem „Flüchtlings“-Kapitän wurde es zuviel: „Mission Lifeline“ ist „zu linksradikal“

12. Januar 2020
Dem „Flüchtlings“-Kapitän wurde es zuviel: „Mission Lifeline“ ist „zu linksradikal“
Kultur & Gesellschaft
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Hamburg. Da wurde es selbst dem „Seenotretter“ zuviel: Claus-Peter Reisch, der 2017 für die NGO „Mission Lifeline“ Migranten aus dem Mittelmeer nach Italien schaffte, hat jetzt mit dem Verein gebrochen. Er sei ihm zu „linksradikal“, erklärte Reisch mit Blick auf Hetztiraden der vorgeblichen „Flüchtlingshelfer“ gegen den österreichischen Bundeskanzler Kurz. Reisch: „Ich kann mich nicht mit Aussagen gemeinmachen wie etwa, der österreichische Kanzler Sebastian Kurz sei ein Baby-Hitler. Da bin ich nicht dabei“, sagte Reisch. „Vieles ist mir zu linksradikal.“

Es sei ihm immer um Seenotrettung gegangen und „nicht um politische Agitation“, erklärte der Ex-Kapitän, der seit seinem Einsatz freilich als prominentes Aushängeschild der „Seenotrettung“ im Mittelmeer herumgereicht wurde. „Aber wenn wir schon Politik machen müssen, dann sollten wir doch einen anderen Ton anschlagen.“ Für andere Organisationen könnte er sich allerdings durchaus vorstellen, wieder Missionen zu fahren, sagte Reisch.

Reisch war während seiner Tätigkeit als Kapitän im Jahr 2018 verhaftet worden. Italien und Malta hatten sich zunächst geweigert, das von ihm gesteuerte Schiff mit 234 „Flüchtlingen“ anlegen zu lassen. Als die „Lifeline“ schließlich doch anlegen durfte, wurde sie beschlagnahmt und Reisch verhaftet. Er wurde zu einer Geldstrafe von 10.000 Euro verurteilt. Erst kürzlich wurde er in einem Berufungsverfahren freigesprochen. Ein weiteres Berufungsverfahren steht ihm noch bevor: weil er unerlaubt in einem Hafen in Sizilien eingelaufen war, soll er 300.000 Euro Bußgeld zahlen. Er argumentiert, man habe sich mit rund 100 „Flüchtlingen“ an Bord in einem Notstand befunden. (rk)

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2 Comments

  1. Mark schreibt:

    Mit diesem „Notstand“ hätte der Mann ohne weiteres auch einen Hafen in Nordafrika anlaufen können. Warum tat er es nicht? Oder gibt es für diese „Seenotretter“ nur dann entsprechende Geld-Prämien, wenn sie die „Flüchtlinge“ in Europa abladen? Denn umsonst oder aus mitleidigem Idealismus heraus machen solche linksgerichteten „Retter“ gar nichts.

    Daß der besagte Kapitän anfängt, vernünftig zu denken, mag ja schon mal ein brauchbarer Ansatz sein; das machte er aber erst, nachdem ihm die italienische Justiz Schwierigkeiten bereitete. Vorher schien ihm die Gesinnung seiner Genossen ziemlich egal gewesen zu sein. Geschäft ist schließlich Geschäft…

    • Kasavubu schreibt:

      „Mark“ trifft den Nagel auf den Kopf. Nur die Gutmenschen kriegen es nicht hinein. Und die deutsche Politik? Betrachtet das Geschäft der Schlepper/NGO’s anscheinend als marktwirtschaftlich und faselt von Humanität.

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