Deutliche Worte gegen den SWR: AfD-Stadtrat macht sich bei Parteifreunden unbeliebt

11. Januar 2020
Deutliche Worte gegen den SWR: AfD-Stadtrat macht sich bei Parteifreunden unbeliebt
Kultur & Gesellschaft
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Freiburg/Baden-Baden. Bei der AfD werden wieder parteiintern die Messer gewetzt. Jetzt hat der Freiburger Stadtrat Dubravko Mandic den Argwohn von Partei„freunden“ auf sich gezogen, weil er an einer überparteilichen Protestdemonstration gegen den Südwestfunk in Baden-Baden teilgenommen und dort deutliche Worte für die Lückenpressegefunden hat.

Für die AfD-Bundesspitze waren sie offenbar zu deutlich. Bundestagsfraktionschefin Alice Weidel ließ verlautbaren: „Die AfD will als freiheitliche Kraft in den Parlamenten wirken und mit guter Arbeit die Bürger von ihrem Weg überzeugen. Mit markigen Sprüchen und martialischem Auftreten vor Sendeanstalten aufzutreten, halte ich für eine politische Sackgasse.“

Auch Weidels Co-Fraktionsvorsitzender Gauland hatte sich erst beim Parteitag in Braunschweig von allzu deutlichen Positionierungen der AfD in der Öffentlichkeit distanziert und erklärt: „Wir stürmen keine Bastille, und wir sind nicht gut in Revolutionen.“ AfD-Chef Meuthen kanzelte seinen Freiburger Parteifreund gar wegen eines „gruseligen Auftritts“ ab und erklärte: „Das ist nicht die AfD.“

Mandic hatte in Baden-Baden unter anderem gesagt: „Das hier ist nur der Anfang. Wir werden sie aus ihren Redaktionsstuben vertreiben.“ Dies sei erst „der Anfang des Sturms“. Er zeigte auf das Gebäude und sprach von „Schaufenstern polit-medialer Macht“. Die SWR-Mitarbeiter wüßten, daß an ihren Händen Blut klebe – „sie wissen genau, wem sie dienen“.

Mandic ist wegen seiner deutlichen Worte bereits 2014 nur knapp einem Parteiausschlußverfahren entgangen.

An der Protestkundgebung vor dem SWR-Gebäude nahmen rund 150 AfD-Anhänger und andere Patrioten teil. (rk)

Bildquelle: Dubravko Mandic privat

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9 Comments

  1. Eidgenosse schreibt:

    Nun hoffen wir, dass sich der authentische „Flügel“ in der AfD durchsetzt. Ich verstehe nicht was sich Meuthen&Co von solch einer unklaren, ja lahmarschigen Duckmäuserei versprechen. Die AfD-Führung muss endlich verstehen, dass Deutschland nicht mit Laumeierei gerettet bzw. erhalten werden kann. Das mag dem Gauland wurscht sein – aber die Jungen werden den Preis bezahlen. Auch sollte die AfD-Führung nicht vergessen, dass die ehemals 10% NPD Wähler heute flächendeckend AfD wählen. Da die NPD offenbar nicht mehr wählbar ist, werden die irgendwann mal zuhause bleiben.

  2. Lore schreibt:

    Wieder einer der der AfD mehr schadet.Was tummeln sich nur da für Leute,sind die eingeschleust worden?Diese Wortwahl bei einigen ist unerträglich. Damit wird die AfD für viele der unwählbar.

    • Mathias Baumgaertel schreibt:

      Wer schadet hier der AfD? Das tun Anpasser wie Weidel, Gauland und Meuthen schon selbst. Soll das die wirksame Oppositionspartei sein, die wirklich Änderungen in der Politik Berlins will?! Mitnichten. Mein Verdacht bestätigt sich immer mehr – diese AfD ist lediglich eine neue Systempartei, die die Empörung weiter Bevölkerungsteile abschöpfen soll und den herrschenden Altparteien keineswegs gefährlich wird. Alles, was da in Berlin und den Landesparlamenten an Polemik stattfindet, sind nur Schaukämpfe für das dumme Wahlvolk. Solange diese AfD nicht gegen die NATO, die alles beherrschende Finanzoligarchie und für das Verschwinden der Alliiertentruppen aus Deutschland kämpft, ist sie niemals eine Alternative, die dieses Land wirklich braucht.

      • Eidgenosse schreibt:

        Grundsätzlich gebe ich Ihnen Recht – und hoffe doch, dass ich unrecht habe. Wahrscheinlich befindet sich die Wahrheit irgendwo in der Mitte. Ich bin überzeugt, dass es rechtschaffene „nationale“ Köpfe in der AfD gibt und diese versuchen sich durchzusetzen. Man muss aber sehen, wo die AfD herkommt. Lucke und Henkel waren ganz schwache Patrioten, wenn überhaupt. Wir dürfen gespannt sein, ob und wann sich die auf deutsche Selbstbestimmung setzenden Patrioten in der AfD durchsetzen. Ich bin da noch hoffnungsvoll und unterstelle den „Gemässigten“ in der AfD – also Weidel, Gauland, Meuthen – vorerst keinen bösen Willen, eher Naivität.

        • Mathias Baumgaertel schreibt:

          Ich neige dazu, Ihnen in fast allem Recht zu geben. Meine Auslassungen waren sicher etwas scharf formuliert, allerdings traue ich speziell dem Duo Weidel und Meuthen noch nicht wirklich. Weidel hat mir einen zu monetären (Goldman/Sachs) Hintergrund bzw. Werdegang, Meuthen will die westdeutsche Klientel von AfD-Wählern bedienen und glaubt, mit dem harten Vorgehen gegen etwas radikalere AfD-Mitglieder mehr Wähler anzulocken. Das ist in meinen Augen Verrat an der Oppositionsidee. Seine Reden allerdings sind teilweise recht unterhaltend. Mir wäre ein Höcke als Leitfigur, an der man sich reiben kann, der es jedoch mit Sicherheit ehrlich meint, viel lieber, als solch glattgeschliffene wie Weidel. Deren zur Schau gestellte, wohl besonders taff wirken sollende Attitüde gefällt mir persönlich nicht, da aufgesetzt und damit nicht vertrauen erweckend. Ich betone, das ist mein persönliches Gefühl. Das allerdings hat mich bezüglich Menschenkenntnis bisher selten im Stich gelassen.
          Eine „böse“ Absicht unterstelle ich in der Tat keinem von den Dreien.

    • Hermann1 schreibt:

      Wer die Wahrheit kongret benennt ist also für Sie nicht wählbar?
      Was machen Sie denn dann hier in diesem Kommentarbereich?
      Lesen Sie besser in der Lückenpresse, dann wird Ihr Weltbild auch nicht gestört und Sie fühlen sich wohler.

      • Mathias Baumgaertel schreibt:

        Sie gehören wohl zu den Bedauernswerten, denen jegliches Textverständnis abgeht? Diese Fähigkeit soll ja mehr und mehr abhanden kommen. Lesen Sie meinen Text noch einmal oder so oft, dass Sie eines Tages vielleicht feststellen, dass Ihre Entgegnung auf meine Theorie völlig deplaziert ist, vor allem mir zu unterstellen, die Mainstream-Medien seien meine Quelle. Das ist nicht nur absurd, sondern dämlich.

        • Hermann1 schreibt:

          Der Bedauernswerte sind wohl eher Sie. Mein Text steht nicht unter dem Ihren, so wie der von Eidgenosse, sondern unter dem Text von Lore.

  3. Bernd Sydow schreibt:

    Die Medien – insbesondere die öffentlich-rechtlichen – gelten gemeinhin als vierte Macht im Staate. Und diese Macht ist beträchtlich! Denn sie haben mit ihren Nachrichtensendungen sowie politischen Talkshows und Magazinen einen enormen Einfluß auf das politische Bewußtsein unserer Bürgerinnen und Bürger. Diesen Umstand haben sich die Altparteien längst zunutze gemacht, was der deutsche Staatsrechtler Hans Herbert von Arnim u.a. mit „Die Parteien haben sich den Staat zur Beute gemacht“ umschreibt.

    Deshalb ist es auch kein Zufall, daß die rechtsbürgerliche AfD – obwohl drittstärkste Kraft und Oppositionsführerin im Deutschen Bundestag – in den hiesigen zeitgeistig-linken Mainstream-Medien so gut wie keine Erwähnung findet, und wenn doch einmal, dann nur in einem negativen Sinne.

    Seit Jahren weise ich darauf hin, daß es nicht genügt, gebetsmühlenartig „Merkel muß weg!“ o.ä. zu fordern, aber gleichzeitig die linkslastige Beeinflussung durch unsere öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten stillschweigend und devot hinzunehmen. Ich jedenfalls halte Protestdemonstrationen vor Sendeanstalten in Verbindung mit polemischen und durchaus provozierenden Reden für den richtigen Weg! (AfD-Stadtrat Mandic mag hier mit einigen seiner Formulierungen freilich „über das Ziel hinausgeschossen“ zu sein). Alice Weidel, die ich als Oppositionsführerin sehr schätze, will, daß die AfD als freiheitliche Kraft in den Parlamenten mit guter Arbeit die Bürger von ihrem Weg überzeugt. Das setzt allerdings voraus, daß die Medien darüber (die gute Arbeit der AfD) auch berichten und selbige nicht ignorieren. Und Alexander Gauland, der kürzlich geäußert hat „Wir stürmen keine Bastille …“ sei daran erinnert, das er seinerzeit nach dem grandiosen Wahlerfolg der AfD seinen Anhängern zugerufen hat „Wir werden sie (die Altparteien) jagen!“; Mandics Äußerung „Wir werden sie (die SWF-Manipulateure) aus ihren Redaktionsstuben vertreiben!“ klingt irgendwie ähnlich, nicht wahr?.

    Fazit: Daß Mandic an dieser Protestveranstaltung vor der SWF-Sendeanstalt als Redner der AfD teilgenommen hat, war gut und richtig! Sein polemisches Temperament sollte er aber etwas besser kontrollieren.

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