Erdogans Afrikakorps: Türkische Truppenentsendung nach Libyen beginnt

8. Januar 2020
Erdogans Afrikakorps: Türkische Truppenentsendung nach Libyen beginnt
International
0

Ankara/Tripolis. Der türkische Präsident Erdogan macht ernst mit der Entsendung türkischer Truppen nach Libyen. Nach der Ankündigung eines militärischen Eingreifens hat Ankara nun mit der Truppenentsendung in das nordafrikanische Land begonnen. „Unsere Soldaten sind jetzt dabei, schrittweise dorthin zu gehen“, erklärte Präsident Erdogan. Das türkische Parlament hatte am Donnerstag grünes Licht gegeben. Die erste Aufgabe der türkischen Soldaten in Libyen sei nun Koordination und die Einrichtung eines Einsatzzentrums, heißt es offiziell.

Erdogan will die Regierung in Tripolis in ihrem Kampf gegen den Rebellengeneral Haftar unterstützen. US-Präsident Donald Trump warnte Erdogan allerdings umgehend vor einem militärischen Eingreifen in Libyen.

Wie viele Soldaten und welche Truppen die Türkei schickt, ist zunächst noch unklar. Erdogan sprach von „unterschiedlichen Teams“. Ein Kampfeinsatz sei nicht das Ziel der türkischen Soldaten, sagte er. Vielmehr sollten die türkischen Truppen „die legitime Regierung unterstützen und eine humanitäre Tragödie vermeiden“.

Das Mandat für den Militäreinsatz in Libyen ist ein Jahr lang gültig. Bereits Ende November hatte Erdogan mit dem libyschen Ministerpräsidenten Fayis al-Sarraj ein umstrittenes Militärabkommen geschlossen. Darin wurde vereinbart, daß Soldaten und Polizisten zu Trainings- und Ausbildungszwecken ins jeweils andere Land geschickt werden können.

Der Libyen-Feldzug Erdogans verschärft auch die Spaltung Europas in dem Bürgerkrieg. Frankreich steht auf der Seite von General Haftar, Italien auf der Seite von Tripolis.

Beobachter urteilen, daß Erdogans militärisches Eingreifen an der Seite der westlibyschen Regierung einen Befreiungsschlag aus der Umklammerung durch die gut ausgerüsteten Haftar-Truppen und danach die Eroberung des östlichen Landesteils ermöglichen soll. In Libyen hat die Türkei großes Interesse an den Erdöl- und Erdgasstätten. (mü)

Bildquelle: Kremlin.ru

 68 Leser gesamt

Jetzt teilen:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.