„Gendergerechte“ Verwaltungssprache: Lübeck versucht es mit dem Doppelpunkt

7. Januar 2020
„Gendergerechte“ Verwaltungssprache: Lübeck versucht es mit dem Doppelpunkt
Kultur & Gesellschaft
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Lübeck. Neues von der Gender-Front: in der Hansestadt Lübeck müssen sich ab sofort alle städtischen Beschäftigten an die Regeln der „gendergerechten“ Sprache halten. Das verkündete SPD-Bürgermeister Jan Lindenau jetzt zum Jahreswechsel. Betroffen sind davon Pressemitteilungen, Formulare, Rechtstexte, Broschüren, E-Mails und Flyer.

In dem neuen Leitfaden für eine „gendergerechte“ Verwaltungssprache fordert man von den Beschäftigten der Stadt Lübeck nach Möglichkeit die Verwendung geschlechtsneutraler Begriffe wie „Studierende“. Wo dies nicht möglich ist, schlägt die Stunde des Gender-Doppelpunkts. Das heißt dann zum Beispiel: „Bewohner:innen“. Im Gegensatz zum Unterstrich, Binnen-I oder Genderstern sei der Doppelpunkt „leicht verständlich“ und störe nicht den Lesefluß, findet die Lübecker Gleichstellungsbeauftragte Elke Sasse.

Laut Bürgermeister Lindenau (SPD) wolle man damit nicht nur den Geschlechterdualismus aufheben, sondern auch jene Menschen ansprechen, die sich sich nicht als Mann oder Frau beschreiben möchten. Lindenau sieht Handlungsbedarf: „Spätestens seit dem Urteil des Bundesgerichtshofes, das das Recht auf Anerkennung eines dritten Geschlechts bestätigt und zu neuen gesetzlichen Änderungen führte, besteht auch für die Verwaltung der Hansestadt Lübeck Handlungsbedarf.“ Als „tolerante und offene Stadt“ müsse Lübeck „diskriminierungsfrei kommunizieren“. (se)

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3 Comments

  1. Armin Wolff schreibt:

    Kann es sein, dass die ienfach nur einen an der Waffel haben und sonst keine Probleme in der Stadt?

  2. Irrsinn schreibt:

    Also ab sofort alle Schreiben korrekt

    An der:die:das Bürgermeister:ix Lindenau oder
    An der:die:das Gleichstellungbeauftragte:rix Elke:x Sasse:x

    Ist doch ganz einfach oder? 😉

    Aber vielleicht können sie sich auch damit rühmen, dass sie IQ von Äquatorialguinea haben…

  3. Ihmfried schreibt:

    Themen, die Welt nicht braucht.

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