Tauziehen um Libyen: Erdogan will Truppen schicken, Italien schlägt Flugverbotszone vor

4. Januar 2020
Tauziehen um Libyen: Erdogan will Truppen schicken, Italien schlägt Flugverbotszone vor
International
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Tripolis. Libyen wird zum Schauplatz eines neuen Stellvertreterkrieges. Während verschiedene europäische Länder und die USA die Regierung in Tripolis unterstützen, hat unter anderem Rußland dem oppositionellen General Haftar Rückendeckung zugesagt, der sich seit geraumer Zeit auf dem Vormarsch in Richtung Hauptstadt befindet.

Jetzt hat Italien die Errichtung einer Flugverbotszone über Libyen angeregt – und damit prompt Widerspruch aus Moskau provoziert. Moskau verbinde damit eine schlimme Erfahrung, erklärte der russische Außenminister Lawrow am Montag. Er erinnerte daran, daß die NATO 2011 Libyen bombardiert habe, nachdem der UNO-Sicherheitsrat ebenfalls eine Flugverbotszone beschlossen hatte. Infolge der westlichen Luftüberlegenheit konnte seinerzeit die Regierung unter Staatschef Gaddafi gestürzt werden. Der langjährige starke Mann Libyens wurde daraufhin von Aufständischen ermordet.

Der italienische Ministerpräsident Conte sagte am Wochenende, er habe mit dem türkischen Präsidenten Erdogan und dem russischen Präsidenten Wladimir Putin gesprochen. Erdogan hatte am 26. Dezember angekündigt, er wolle Truppen nach Libyen schicken, um die Regierung militärisch zu unterstützen. Libyen habe türkische Truppen eingeladen, und man werde der Einladung folgen, sagte Erdogan. Das türkische Parlament hat der Entsendung eines Militärkontingents am 2. Januar zugestimmt. (mü)

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