Ende einer Kopfgeburt: Bayern steigt aus dem „Nationalen Bildungsrat“ aus

28. November 2019
Ende einer Kopfgeburt: Bayern steigt aus dem „Nationalen Bildungsrat“ aus
Kultur & Gesellschaft
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München/Berlin. Bayern steigt aus dem Nationalen Bildungsrat aus, der eine „Errungenschaft“ des aktuellen Berliner Koalitionsvertrages ist. „Wir befürchten, daß am Ende ein Berliner Zentralabitur das Ziel ist, was eine Verschlechterung des Bildungsniveaus in Bayern bedeuten würde“, sagte der bayerische CSU-Ministerpräsident Söder (CSU) dem Bayerischen Rundfunk gegenüber. Söder hatte sich in der Vergangenheit schon öfters negativ über das Projekt geäußert.

Auch unter Vertretern anderer Bundesländer ist der Bildungsrat umstritten. Söder befürchtet bei der Umsetzung des Projekts ein Absinken der Qualität des Abiturs in Bayern. Er lehnt auch einheitliche Schulferien ab. „Das bayerische Abitur bleibt bayerisch, übrigens genauso, wie die Ferienzeiten bleiben, wir wollen auch die nicht angleichen“, sagte er dem BR.

Im Koalitionsvertrag steht zum Nationalen Bildungsrat unter anderem, daß er „Vorschläge für mehr Transparenz, Qualität und Vergleichbarkeit im Bildungswesen vorlegen“ soll. Über Mandatierung, Zusammensetzung, institutionelle Anbindung und Ausstattung des Bildungsrates sollten Bund und Länder gemeinsam entscheiden.

Nach Bayern will auch Baden-Württemberg beim geplanten Nationalen Bildungsrat nicht mehr mitmachen. Sie halte den Bildungsrat für ein komplett überflüssiges Gremium, ließ die baden-württembergische Kultusministerin Susanne Eisenmann wissen. Schleswig-Holsteins Bildungsministerin Karin Prien (CDU) erklärte den Nationalen Bildungsrat nach der bayerischen Austrittsankündigung für endgültig gescheitert. „Mit dem Ausstieg Bayerns ist, da habe ich überhaupt keinen Zweifel, der Nationale Bildungsrat in der geplanten Form vom Tisch“, sagte Prien. (se)

Bildquelle: Pixabay

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