Drogenbericht der EU: Mit Drogen-Gewinnen wird der Terror finanziert

28. November 2019
Drogenbericht der EU: Mit Drogen-Gewinnen wird der Terror finanziert
International
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Brüssel. Drogen machen nicht nur abhängig und sind extrem gesundheitsschädlich – sie fördern auch den Terror. Denn: aus den unfaßbaren Gewinnen aus dem internationalen Drogenhandel wird auch der weltweite Terror finanziert. Das teht aus dem EU-Drogenmarktbericht 2019 von Europäischer Drogenbeobachtungsstelle (EMCDDA) und Europol hervor.

Allein der europäische Drogenmarkt hat ein Volumen von jährlich derzeit rund 30 Milliarden Euro. Weltweit waren es 2014 zwischen 426 und 652 Milliarden US-Dollar.

Dem Bericht zufolge, der jetzt in Brüssel präsentiert wurde, stellt die Verwicklung von organisierter Kriminalität und Terrorgruppen eine akute Gefahr dar, die weit über die rein gesundheitlichen Risiken für die Drogenkonsumenten selbst hinausreicht. EMCDDA und Europol listen in diesem Zusammenhang auf: Terrorismus, Menschenhandel und Schlepperei, Bandenkriminalität und Mordserien, Geldwäsche und Korruption – alles das wird durch den Drogenmarkt gefördert bzw. finanziert.

Eine in dem Report zitierte Studie von 2018 listet für die bekanntesten Terrorgruppen in Afrika (Boko Haram/al-Schaabab etc.), Kolumbien (FARC) und in arabischen Ländern (IS etc.) Drogeneinkünfte von rund 300​ Millionen Euro im Jahr auf – das sind stattliche 28 Prozent aller Einkünfte. Erst an zweiter Stelle der Finanzierungsquellen kommen Erdöl und Erdgas (207 Millionen Euro). Und: viele Terrorattentäter in Europa seien auch Drogendealer gewesen. In der Haft wegen solcher Delikte hätten sich einige von ihnen erst radikalisiert, heißt es in dem Bericht. (mü)

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