Trotz Pro-Israel-Politik der AfD: Deutsch-Israelische Gesellschaft lädt Steinbach aus

26. November 2019
Trotz Pro-Israel-Politik der AfD: Deutsch-Israelische Gesellschaft lädt Steinbach aus
Kultur & Gesellschaft
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Frankfurt. Starker Tobak: die Deutsch-Israelische Gesellschaft (DIG) hat die frühere CDU-Politikerin Erika Steinbach von der Festveranstaltung zum 40. Geburtstag ihres Frankfurter Ablegers ausgeladen, obwohl sie Mitglied der Vereinigung ist. Aber: Steinbach ist auch Vorsitzende der AfD-nahen Desiderius-Erasmus-Stiftung – und damit haben die Israel-Freunde ein Problem (obwohl sich die AfD eine israel-freundliche Linie verordnet hat).

„Ich muß Ihnen leider mitteilen, daß Sie bei dieser Veranstaltung nicht willkommen sind und appelliere an Sie, von einer Teilnahme abzusehen“, heißt es in einem Schreiben an Steinbach, das von der Vizepräsidentin der DIG, Claudia Korenke, unterzeichnet ist.

Korenke eränzt: „Die DIG hat in der jüngsten Sitzung ihres Bundespräsidiums in Berlin beschlossen, Sie schriftlich aufzufordern, Ihre politischen Überzeugungen künftig nicht mehr mit Ihrer Mitgliedschaft in der DIG zu untermauern oder zu begründen.“

Grund dafür sei die Nähe Steinbachs zur AfD. Diese sei mit den Grundsätzen und Überzeugungen der DIG nicht vereinbar. „Unser Wertekanon setzt auf historische Verantwortung, Toleranz und basiert auf einem unverrückbaren Demokratieverständnis. Diese Kriterien werden von der AfD nicht erfüllt. Unser Eindruck ist, daß Sie die zunehmende Radikalisierung der Partei mit Überzeugung begleiten.“

Steinbach wies die Kritik zurück und verweist – allerdings völlig vergeblich – auf die Nähe der AfD zu Israel: „Die AfD hebt sich positiv von den anderen Parteien ab. Mit Recht kritisiert sie, daß Deutschland den Anti-Israel-Resolutionen zugestimmt hat!“ Am vergangenen Wochenende hatte das „Dekolonialisierungskomitee“ der UN-Generalversammlung in acht Resolutionen Israel verurteilt. Deutschland stimmte siebenmal für sie. (rk)

Bildquelle: wikimedia/Zachi Evenor

3 Comments

  1. Realist schreibt:

    Je mehr eine Organisation in die Nähe des Merkel-Regimes begibt, und das ist auf Bundesebene kaum vermeidbar, desto mehr muss der aktuellen Staatsdoktrin Rechnung getragen werden. Die Haltung von DIG oder Zentralrat sind politisch korrekt auf diese abgestimmt. Die Juden und jüdisch stämmigen, die ich kenne, wählen (Inländer) oder unterstützen (nicht-Inländer, schon Europa verlassen) die AfD.

  2. Rolf schreibt:

    Alle diese ganzen offiziellen pro-jüdischen Organisationen (auch und vor allem der Zentralrat) arbeiten offenbar weniger für Juden sondern gegen Deutsche. Also entweder das sind anti-deutsche Tarn-Organisationen oder oder die glauben in ehrlicher Verwirrtheit tatsächlich, daß etwas zwangsläufig gut für Juden ist, wenn es schlecht für Deutsche ist.

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