Aktuelle BAMF-Studie: Die meisten Heimkehrer verlassen Deutschland wegen drohender Abschiebung

26. November 2019
Aktuelle BAMF-Studie: Die meisten Heimkehrer verlassen Deutschland wegen drohender Abschiebung
Kultur & Gesellschaft
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Nürnberg. Keine überraschende Erkenntnis: Migranten kehren nur selten wegen der finanziellen Unterstützung durch die Bundesregierung freiwillig in ihre Heimat zurück. Das zeigt eine aktuelle Studie des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF).

Rund 21.000 Asylbewerber sind zwischen 2017 und 2019 mit Geld aus einem staatlichen Programm in ihre Heimatländer zurückgekehrt. Der Hauptgrund für eine Rückkehr in die Heimat ist aber meist die drohende Abschiebung aus Deutschland. Nur in den wenigsten Fällen war das Geld der ausschlaggebende Beweggrund. Und das, obwohl Migranten, die sich noch im Asylverfahren befinden oder bereits abgelehnt wurden, unter Umständen mehrere Hundert Euro vom Staat erhalten.

46 Prozent der Befragten gaben an, ein wegen drohender Abschiebung als unsicher bewerteter Aufenthalt in Deutschland sei der Hauptgrund für die freiwillige Rückkehr in die Heimat. 28 Prozent gaben an, sich in Deutschland nicht zuhause gefühlt zu haben. Elf Prozent gaben an, sich in ihrer Wohnung nicht wohlgefühlt zu haben. Acht Prozent sagten, sie hätten sich in Deutschland nur unzureichend verständigen können. Für knapp die Hälfte war es die Nähe zu Familie und Freunden, die sie motivierte, in ihre Heimat zurückzukehren.

Lediglich vier Prozent gaben an, sich wegen des Geldes für eine freiwillige Rückkehr entschieden zu haben.

Auch zur Sicherheit in den jeweiligen Heimatländern äußerten sich die Befragten – und gaben aufschlußreiche Bekenntnisse zu Protokoll. 70 Prozent erklärten nämlich, daß sie mit ihrem Leben in der alten Heimat insgesamt zufrieden seien, oder schätzten ihre Situation zumindest als neutral ein – von Fluchtgründen also keine Rede. Die mit Abstand zufriedensten Umfrageteilnehmer lebten in Armenien, Aserbaidschan und selbst im krisengeschüttelten Irak.

In den beiden zurückliegenden Jahren erhielten mehr als 15.000 Ausländer eine Förderung durch das 2017 neu eingeführte Reintegrationsprogramm. Angesichts der geringen Rückkehr-Förderung durch die finanziellen Anreize des Programms wird jetzt im BAMF angeblich darüber nachgedacht, wie die Zahl der freiwilligen Ausreisen über das Programm erhöht werden können. (se)

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