„Compact with Africa“ tagt in Berlin: Merkel regt Investitionsoffensive in Afrika an

23. November 2019
„Compact with Africa“ tagt in Berlin: Merkel regt Investitionsoffensive in Afrika an
Wirtschaft
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Berlin. Wenn das mal keine Selbstüberschätzung ist: angesichts der chinesischen Wirtschaftsoffensive in Afrika – ihm Rahmen der „Neuen Seidenstraße“ – will die Bundesregierung mit einem deutschen Investitionsboom nachziehen. Dies erklärte Bundeskanzlerin Angela Merkel mit Blick auf die 2017 gestartete Initiative „Compact with Africa“ (CwA). Derzeit lägen Anträge in Höhe von einer Milliarde Euro vor. Afrika komme eine „wichtige Rolle“ bei der Lösung globaler Fragen zu, sagte sie.

Entwicklungsminister Müller (CSU) unterstrich, die Förderung afrikanischer Mittelständler sei „auf den Weg gebracht“. Es seien „neue Kooperationsangebote für Unternehmen im Bereich Digitales und bei der beruflichen Bildung geschaffen“. Der Entwicklungsminister unterzeichnete nach eigenen Angaben mit Siemens-Chef Joe Kaeser, SAP und mehreren mittelständischen Unternehmen Vereinbarungen für neue Investitionen. Als Beispiele nannte der Minister Verträge für die Wasserversorgung in Tunesien und für den Ausbau einer Textilfabrik in Ghana mit 1500 neuen Arbeitsplätzen. Durch Vorhaben im Rahmen einer Sonderinitiative Ausbildung und Beschäftigung entstünden weitere 70.000 Arbeits- und 32.000 Ausbildungsplätze.

Für Afrika wird bis 2050 eine Verdoppelung der Bevölkerung vorausgesagt. „Die künftigen Wachstumsmärkte liegen in Afrika“, sagte Müller. „Niemand kümmert sich konsequent genug um die Unternehmen, die schon heute versuchen, in Afrika gegen Staatskonzerne aus China, risikofreudige indische Unternehmer oder bestens unterstützte französische Unternehmen zu bestehen“, sagte Müller den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland. „So darf es nicht bleiben.“

Ziel der während des deutschen G20-Vorsitzes 2017 gestarteten Initiative „Compact with Africa“ (CwA) ist es, die Investitionsbedingungen in afrikanischen Staaten zu verbessern und dadurch die Wirtschaft anzukurbeln. Deutschland unterstützt einige der zwölf Compact-Staaten durch eine engere Zusammenarbeit. Seit 2018 sind laut Merkel Exporte in Compact-Länder in Höhe von 330 Millionen Euro durch Bundesgarantien abgesichert worden. Zuletzt kamen Senegal und Äthiopien hinzu.

Bundeswirtschaftsminister Altmaier (CDU) wiederum monierte, es seien „noch zu wenige“ deutsche Unternehmen, die „den Schritt nach Afrika gegangen“ seien. Daher werde die Außenwirtschaftsförderung für Afrika weiter ausgebaut, erklärte er.

Nach einer Investorenkonferenz im Haus der deutschen Wirtschaft in Berlin fand im Kanzleramt eine Compact-Konferenz mit afrikanischen Staats- und Regierungschefs statt. (rk)

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