Weil den Qualitätsmedien die Leser weglaufen: 40 Millionen Euro Staatsknete für die Lückenpresse

22. November 2019
Weil den Qualitätsmedien die Leser weglaufen: 40 Millionen Euro Staatsknete für die Lückenpresse
Kultur & Gesellschaft
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Berlin. Die bundesdeutschen Printmedien leiden seit langem unter einer akuten Glaubwürdigkeitskrise, die sich in Entlassungen und drastisch sinkenden Auflagen widerspiegelt. Jetzt bekommen die sogenannten „Qualitätsmedien“, die ihren eigenen Ansprüchen immer weniger genügen, geldwerte Unterstützung – von der Bundesregierung. Ab dem kommenden Jahr sollten die darbenden Zeitungsverlage bei den Kosten für die Zustellung ihrer Blättchen vom Staat bezuschußt werden.

Der Haushaltsausschuß des Bundestages stimmte jetzt einem entsprechenden Antrag der Koalitionsfraktionen zu. Für 2020 ist demzufolge eine Förderung in Höhe von stattlichen 40 Millionen Euro vorgesehen. Gefördert werden soll die Zustellung von Abonnementzeitungen wie auch von Anzeigenblättern. Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales soll dazu ein Gesamtkonzept erarbeiten, in dem die Rahmenbedingungen einer Förderung genau beschrieben werden soll. Der Bundestag muß der Empfehlung des Haushaltsausschusses noch zustimmen.

Der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) begrüßte den Beschluß des Haushaltsausschuß grundsätzlich, beklagt aber die angeblich viel zu niedrige Höhe der Förderung. Tatsächlich berichtet der aktuelle Branchenbericht des BDZV von jährlichen Mehrkosten der Verlage von etwa 400 Millionen Euro. In dieser Größenordnung dürfte sich auch die Höhe der Staatshilfen bewegen, die der Branche selbst vorschweben.

Ein besonderes „Geschmäckle“ erhält der jetzt beschlossene Geldsegen für die Zeitungsverleger, weil etwa die SPD mit ihren in der „Deutschen Druck- und Verlagsgesellschaft“ organisierten Medienbeteiligungen ein gewichtiger Akteur auf dem deutschen Zeitungsmarkt ist. Sie kann sich über die von ihr mitbeschlossene Förderung praktisch in eigener Sache freuen. (rk)

4 Comments

  1. Wolfgang Schlichting schreibt:

    Faktisch finanziert die GroKo die SPD in ihrer Eigenschaft als 100%-ige Eigentümerin der „DDVG“, (Deutsche Druck und Verlags Gesellschaft)die wiederum an diversen deutschen Zeitungsverlagen beteiligt ist.

  2. Lack schreibt:

    Das „Neue Deutschland“ wurde ja auch von der DDR gesponsert.
    Jetzt bekommt man schon Geld wenn man eine Zeitung liest! (Wenn man sich das antut).

  3. Bürgerfreund schreibt:

    Lückenpresse wird gefördert, ARD,ZDF und Deutschlandfunk werden mit Zwangsabgaben gefördert. Beides ohne ein Hinweis auf akzeptable Leistungen dieser Institutionen. Das hat noch nicht einmal die DDR geschafft. Bravo, Ihr Volksvertreter, Ihr seid die Größten.

  4. Scipted Reality schreibt:

    Fällt diese illegale PR nicht unter das Parteienfinanzierungsgesetz?

    Die weggebrochenen unzufriedenen, verarmten, Prioritäten setzende ehemalige Kundschaft zahlt nun indirekt illegale subventonen via Steuergeld.

    Wessen Brot sie essen, dessen Lied sie singen.
    Wer das Geld annimmt, der hat ein Glaubwürdigkeitsproblem.

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