Streit um den niederländischen Nikolaus: Die „zwarten Pieten“ sollen nicht mehr schwarz sein

21. November 2019
Streit um den niederländischen Nikolaus: Die „zwarten Pieten“ sollen nicht mehr schwarz sein
Kultur & Gesellschaft
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Apeldoorn. Die political correctness feiert auch in den benachbarten Niederlanden traurige Urständ: der traditionelle Sinterklaas – das holländische Pendant zum Nikolaus – und seine schwarzen Helfer (die Pieten, die dem deutsch-österreichischen „Krampus“ entsprechen) konnten heuer nur noch unter Protest „antirassistischer“ Hysteriker ihren Einzug in den Niederlanden abhalten. Am Rande der zentralen Ankunftsfeier in Apeldoorn zeigten auch Mitglieder des niederländischen Ablegers der islamkritischen Protestbewegung Pegida Gesicht – sie kritisierten die schleichende Aufweichung des Sinterklaas-Kults durch vorauseilende Unterwerfung unter den Islam.

Denn: in diesem Jahr wurde der Sinterklaas erstmals von Pieten begleitet, die statt der komplett schwarzen Färbung nur noch Rußflecken im Gesicht hatten. Die offizielle Erklärung: die Pieten rutschen beim Geschenkeverteilen traditionell durch die Schornsteine der Häuser und werden dabei schwarz.

Am Rande der Sinterklaas-Umzüge in Apeldoorn und in vielen weiteren Städten gab es laut Polizei kleinere Demonstrationen gegen, aber auch für die Gestalt der schwarzen Helfer. Anhänger der Organisation „Kick Out Zwarte Piet“ (etwa: Schmeißt die Schwarzen Peter raus) forderten laut ANP in sechs Städten „ein inklusives Sinterklaas-Fest ohne Rassismus“.

In Apeldoorn befand sich unter den Demonstranten auch der niederländische Pegida-Chef Edvin Wagesfeld. Die Pegida-Anhänger sollen sich laut Medien geweigert haben, die Protestaktion auf einen dafür zugewiesenen Bereich zu beschränken. Der Pegida-Chef hatte sich eigens als „Zwarte Piet“ verkleidet, um für die Beibehaltung der Tradition zu demonstrieren.

Während des landesweiten Umzugs von Mitte November bis zur Bescherung am 5. Dezember helfen die schwarzen Pieten dem weißbärtigen Sinterklaas im roten Bischofsgewand beim Geschenkeverteilen. Traditionell tragen die Pieten Pagenkostüme und haben ein pechschwarzes Gesicht. Politisch korrekte Kritiker sehen darin ein Symbol der Sklavenzeit sowie „rassistischer“ Diskriminierung. (mü)

Bildquelle: Wikimedia/Stephan Windmüller/CC BY-SA 3.0

Ein Kommentar

  1. Bernd Sydow schreibt:

    Vor langer Zeit lebte ein Kardinal, der gütig zu Kindern war und sie des öfteren mit eßbaren Kleinigkeiten beschenkte. Nach seinem Tod lebte er in den Herzen der Menschen als Sinterklaas/Nikolaus weiter (deshalb das Bischofsgewand).

    Es ist nunmehr eine Ehre, bei den niederländischen Sinterklaas-Umzügen als dessen Helfer (Zwarte Pieten) fungieren zu dürfen. Schwarz deswegen, weil man ausschließlich weiße Helfer als eine Diskriminierung des schwarzen Menschen – ebenfalls eine Schöpfung Gottes – auffassen könnte. Daß traditionell Weiße mit schwarzgefärbten Gesichtern auftreten, mag darin begründet sein, daß es damals in den Niederlanden wahrscheinlich keine geeigneten „echten“ Schwarzen gab. Diese Tradition ist also kein Rassismus, sondern Gerechtigkeit gegenüber der schwarzen Rasse!

    Apropos: „Symbol der Sklavenzeit“. Es sei daran erinnert, daß in früheren Zeiten islam-koran-gläubige Araber unzählige Schwarzafrikaner versklavten und selbige auf Märkten zum Kauf anboten.

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