BDI-Chef widerspricht der Klimapolitik der Bundesregierung: „Magisches Denken“

21. November 2019
BDI-Chef widerspricht der Klimapolitik der Bundesregierung: „Magisches Denken“
Wirtschaft
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Berlin. Höchste Zeit: aus Industriekreisen kommt Kritik an der Klimapolitik der Bundesregierung, insbesondere an den „Klimazielen“ für 2030 und 2050 – diese seien völlig unrealistisch. „Die Industrie kann nicht einfach in den kommenden Jahren alle Emissionen auf Null herunterfahren,“ erklärte jetzt der Präsident des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI), Dieter Kempf. Die „Klimaziele“ seien aus Sicht der deutschen Industrie „magisches Denken“ und völlig unrealistisch.

Der dpa sagte Kempf wörtlich: „Die Politik setzt sich im Klimabereich immer ehrgeizigere Ziele, ohne sich um Antworten zu scheren, wie wir dies industrie- und auch gesellschaftspolitisch erreichen können.“ Dabei bezog sich der BDI-Chef nicht nur auf Pläne, die „Klimagase“ der EU bis 2030 um 50 oder sogar 55 Prozent unter den Wert von 1990 zu drücken. Er stellte sich auch grundsätzlich gegen das Ziel, von 2050 an „klimaneutral“ – also ganz ohne zusätzliche Treibhausgase – zu wirtschaften. Beides fordert die künftige EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen, und Bundeskanzlerin Angela Merkel hat Unterstützung signalisiert.

„Das entspringt für mich eher der Kategorie magischen Denkens als einer realistischen politischen Zielsetzung“, sagte der BDI-Chef der dpa gegenüber. Außerdem: „Die Industrie kann nicht einfach in den kommenden Jahren alle Emissionen auf Null herunterfahren.“

Das  jüngste „Klimapaket“ der Bundesregierung kritisiert Kempf als überstürzt und unfair für kleine und mittlere Unternehmen. Die Koalition lasse sich von der Protestwelle um Greta Thunberg treiben. „Jugend hat zu jeder Zeit das Recht, Dinge anzumahnen, die ihr nicht gefallen“, sagte der Verbandschef. Das dürfe aber nicht bedeuten, „daß die Bundesregierung jetzt aktionistische Politik mit überstürzten Ad-hoc-Entscheidungen betreibt.“ Die großen Folgen müßten sorgfältig abgewogen werden. (se)

Bildquelle: Pixabay/robynm

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